National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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und Tshöng-tu-fu von Chinesen colonisirt und wahrscheinlich von chinesischen
Kaufleuten erreicht¹). Der Besitz in Sz'-tshwan ging verloren, und es ist nicht
bekannt, wie lange derjenige des Thales von Han-tshung-fu gehalten worden sein
mag. Da jedoch diese Gegend von den Gebieten am mittleren Han her leicht
erreichbar war und eine grössere politische Macht sich in ihr niemals entwickeln
konnte, so dürfen wir annehmen, dass sie entweder von den weiter östlich herr-
schenden Lehensfürsten oder von der kaiserlichen Macht selbst in Besitz gehalten
worden ist. Jedenfalls fiel sie dem Kaiser Tsin-Shi-hwang-ti von selbst zu, als
er die Lehensfürsten überwand und das Reich unter seinem Scepter vereinigte.
Für Heere wird kaum eine andere Verbindung bestanden haben, als die von Mar-
tini angedeutete, von Hsi-ngan-fu südöstlich nach dem Thal des Tan-kiang, und
von dessen Ausgang im Thal des Han hinauf. Der genannte Kaiser hatte bei
Han-tshung-fu Truppen stehen und befand sich selbst dort, um mit Hülfe derselben
Sz'-tshwan zu erobern, wie es uns in einer alten Sage²) überliefert ist. Die Strasse
von Han-tshung-fu nach Tshöng-tu-fu, welche durch diese List erbaut wurde,
mochte einem für Handelszwecke schon bestehenden Pfad folgen und nun erst für
die Bewegung von Truppen geeignet gemacht worden sein. Die Verbindung von
Hsi-ngan-fu und Han-tshung-fu blieb aber langwierig und schwierig wie zuvor.
Wann diese Strasse erbaut wurde, ist aus den bisher durch Uebersetzung in euro-
päische Sprachen bekannt gewordenen Quellen nicht zu ersehen. Nach Martini
hätte Liu-pang, welcher im Jahr 206 v. Chr. den letzten Prinzen der Tsin unter-
warf und, nach vier Jahren weiterer Kämpfe mit seinem Rivalen Hsiang-yü, im
Jahr 202 den kaiserlichen Thron bestieg und die glänzende Dynastie der Han
begründete, die Strasse durch seinen Feldherrn Tshang-liang bauen lassen. Nach
anderer Ansicht wäre die Anlage durch den nicht minder grossen Liu-pi geschehen,
einen späten Sprössling der Han-Dynastie, welcher 219 n. Chr. in Han-tshung-fu,
und nachher auch in Sz'-tshwan festen Fuss fasste und seine Residenz in Tshöng-
tu-fu nahm³). Nach weiteren Kämpfen nahm er 221 den Titel Hwang-ti und den
Namen Tshau-lié-ti an. Er begründete damit die Dynastie der »späteren Han«,
welche in der unglücklichen Zeit der San-kwö, oder der »drei Reiche« regierte.
Liu-pi's Kämpfe waren wesentlich gegen Tsau-tsau gerichtet, welcher nördlich
vom Tsin-ling-shan herrschte und die Wei-Dynastie gründete. Sie dauerten nach
221 noch fort. Da »die Wasserstrassen«, also wol die Linien des Han-kiang und
des Tan-kiang, von Tsau-tsau besetzt waren, soll Liu-pi, um von Han-tshung-fu
eine Armee schneller nach dem Thal des Wei führen zu können, seine gesammten
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