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0605 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 605 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

Seitenschluchten, welche die Richtung des Gebirgs- und Schichten-Streichens haben. Da
die Strasse, zur Vermeidung des Baues grösserer Brücken über den bei Regenzeit stark
anschwellenden Fluss, durchwegs an Einem, dem linken Ufer angelegt worden ist, hat
sie nicht unerhebliche Schwierigkeiten zu überwinden. Denn zahlreich sind die Stellen,
wo ein von zwei Seitenschluchten eingeschlossener Rücken gegen den Fluss vorspringt
und wie ein Pfeiler in ihn abstürzt. Entweder sucht dann die Strasse den niedersten
Uebergang, oder sie führt, wenn eine solche Einsattelung sich nicht bietet, um den
Abhang des Vorsprungs herum. Auf lange Strecken ist sie in zähes Hornblendegestein
eingehauen, was bei dem gänzlichen Mangel an Sprengmitteln einen bedeutenden Arbeits-
aufwand erfordert haben muss.

Was den geologischen Bau in dieser Strecke betrifft, so weichen südwärts von Tsei-
tszi-shing Gneiss und Granit einer Reihe von Gesteinen, welche durch grüne Färbung
und, wenn die zusammensetzenden Mineralien makroskopisch erkennbar sind, durch die
reichliche Anwesenheit von Hornblende oder Chlorit, oder beide Mineralien charak-
terisirt sind und einen sehr grossen petrographischen Wechsel zeigen. Als herrschend
lassen sich Gesteine bezeichnen, welche aus röthlichem Feldspath, schwärzlichgrüner
Hornblende und dunklem schuppigem Chlorit bestehen. Letzterer ist oft mit der Horn-
blende zu unregelmässig begrenzten, zuweilen zackig gefransten Flecken verbunden, welche
in einer wesentlich aus Feldspath bestehenden Grundmasse liegen. Der Chlorit tritt dann
neben der Hornblende in solcher Weise auf, dass man geneigt ist, seine Anwesenheit
einer partiellen Umwandlung der letzteren zuzuschreiben. Gänge von Granit, Pegmatit
und Quarz sind besonders in dem nördlichen Theil der Zone häufig. Hinsichtlich der
Anordnung der Gemengtheile, wie der Deutlichkeit ihrer Ausscheidung, verhalten sich
die Gesteine sehr verschieden. Theils treten sie massig auf, ohne erkennbare Parallel-
structur, sind dann nehmen sie, bei Zurücktreten des Feldspathes, an einzelnen Stellen
den Charakter von Serpentin an. Häufiger ordnen sich die Magnesiamineralien in paral-
lelen Flächen, oft nur angedeutet, wie der Glimmer in Gneissgranit, dann aber auch
so regelmässig, dass mehr oder weniger vollkommene Hornblende- und Chlorit-Schiefer
daraus entstehen.

Mit dem ersten Betreten dieser Formation fühlte ich mich an die Wutai-Schichten
des nördlichen Shansi erinnert¹). Bald folgten auch deren typische Glieder in einer
sehr mächtigen Reihe von grünen, unvollkommen schieferigen Gesteinen, welche keine
Gemengtheile makroskopisch erkennen liessen. Das gesammte Schichtensystem hat, ebenso
wie seine einzelnen Glieder, die constante Streichrichtung W 12° N — O 12° S. Das
Fallen ist stets südlich, meist unter Winkeln von 50 bis 70°, stellenweise auch weniger
steil. Ob die der Streichrichtung folgenden Seitenschluchten ihre Auswaschung weicheren
Schichten, oder Verwerfungen, oder Schichtenbiegungen verdanken, vermochte ich nicht
zu entscheiden, wie auch eine Feststellung der Schichtenfolge nicht durchführbar war,
da dieselbe nicht nur durch solche Stellen, sondern auch durch die Auflagerungen von
Lehm und Löss häufig unterbrochen war.

Ehe man Tsau-liang-yi zu betreten, kommen aus den östlichen Bergschluchten in grosser
Zahl Bruchstücke von anderen Gesteinen herab. Vorwiegend sind feste quarzitische
Gesteine, auf deren Bruchflächen zahlreiche kleine Feldspathkrystalle glänzen. Wahr-
scheinlich sind es veränderte thonige Sandsteine. Daneben finden sich Conglomerate
von abgerolltem Quarz, deren Bindemittel theils dem beschriebenen Gestein entspricht,
theils rein quartzitisch ist und eine röthliche bis dunkelviolette Färbung hat. Da ich diese
Schichtgesteine nicht anstehend fand, vermag ich nicht zu sagen, ob sie den Sandsteinen
und Conglomeraten entsprechen, welche südlich von den Tempeln von Wu-tai-shan in
dem unteren Theil der Wutai-Formation vorkommen²), oder ob sie dem System der
sogleich zu erwähnenden steinkohlenführenden Schichten angehören.

Dritter Tag. Von Tsau-liang-yi bis Fang-hsien.

Dies ist die letzte Strecke, in welcher der Weg in südstidwestlicher Richtung dem
Tung-ho abwärts folgt. Es macht sich jetzt schon mehr derjenige Charakter geltend,
welcher den Uebergängen über den Tsin-ling-shan im Allgemeinen eigen ist, nämlich,