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0610 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 610 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

Der Schichtenfolge nach sollte der klippige Zug des Tsz'-pai-shan aus dem Kalkstein
(3) des Wu-tu-shan bestehen. Aber schon bald hinter Liang-yung-sz' zeigten sich zahl-
reiche Bruchstücke von krystallinischem Kalk und gebändertem Jaspoid, nebst
feinkörnigem Granit. Ehe ich das Dorf Sung-lin-si erreichte, wurden diese Gesteine allgemein
anstehend, und es erwies sich fast zweifellos, dass dieselben Schichten, welche ich gestern
am Wu-tu-shan und unmittelbar südlich davon queriert hatte, hier von Granit durch-
brochen sind und in einer breiten Zone eine starke Umwandlung erfahren haben. Dies
liess sich insbesondere aus der Schichtenfolge entnehmen. Der Kalkstein tritt als schöner
weisser Marmor auf; aber er ist fast durchwegs durch die in Jaspoid verwandelten
schieferigen Zwischenlagen gebändert. Einzelne Bänke sind rein, weit stärkere Complexe
haben die bunte Streifung; dazwischen liegen dicke Schichtmassen von grün und schwärzlich
gebändertem Jaspoid, dem metamorphischen Product der Schiefer und Sandsteine. Der
Granit tritt als Menge eckiger Fragmente des Gesteins, in dessen Klüfte er eindrang.
Er enthält eine Menge eckiger Fragmente des Gesteins, in dessen Klüfte er eindrang.
Während so die Gesteine von Sung-lin-si bis zum Pass Tshai-kwan-ling offenbar
der Stufe 2 des Föng-ling-Profils entsprechen, besteht die klippige Gipfelkette des Tsz'-
pai-shan, wie aus den Geröllmassen deutlich zeigt, aus mächtigem krystallinischem
Kalkstein, welcher zweifellos das Aequivalent des Kalksteins 3 ist.
Der Pass liegt in den gebänderten Kalken. Jenseits führt die Strasse steil hinab.
Hier kommt man zu grossen Gangmassen von Granit, und weiterhin herrscht er für eine
Strecke allein. Die durch Felsgewirfel und mächtigen Baumwuchs erhöhte Romantik der
Formen der in ihm eingesenkten Schlucht hat in alter Zeit zur Anlage eines berühmt
gewordenen Tempels der Tau-Secte Veranlassung gegeben¹). Die Tempelgründe haben
gleiche Ausdehnung mit der zusammenhängenden Schlucht. In dem am Wege nun
wiederkehrenden Kalken und Schiefern bildet das Eruptivgestein ein verzweigtes Netzwerk
von dicken und dünnen Gängen.
Der Granit unterscheidet sich wesentlich von demjenigen der nördlichen Granit-
Gneiss-Zone des Tsin-ling-shan; er ist ein feinkörniges Gemenge von grauem Quarz,
weissen Feldspathen und schwarzbraunem Glimmer. Er war das erste entschiedene
Eruptivgestein, dem ich im Süden jener Zone in diesem Gebirge begegnete.
Zur Vervollständigung des eben beschriebenen Theiles des Gebirges ist noch das
Vorkommen von Steinkohle zu erwähnen. Während diejenige, welche in dem krystal-
linischen Kalkstein von Pai-kia-tien auftritt, ein knolliger, graphitisch glänzender Anthracit
ist, der gestampft und mit Erde gemengt in Gestalt von kleinen Ballen bei gutem Luftzug
verbrannt wird, gewinnt man an einem angeblich 80 li südwestlich von Föng-hsien gele-
genen Ort bituminöse Kohle, welche in grossen Stücken bricht, theils lebhaft glänzend,
theils matt ist, einen muschligen Bruch hat, sich mit dem Messer milde ritzt und ein
braunes Strichpulver gibt. Ein drittes Vorkommen ist 30 li westlich von Wu-kung-kwan.
Die Kohle von dort, welche an letzterem Ort gebrannt ist, ist wiederum ein Anthracit,
aber von lockerem Gefüge, der mit geringem Zug gut verbrennt. Aus welcher Formation
die Steinkohle der beiden zuletzt angegebenen Orte stammt, vermochte ich nicht zu
ermitteln. Doch ist es wahrscheinlich, dass Auflagerungen derselben Gebilde, welche
wir bei Pai-kia-tien kennen lernten, in weiterer Verbreitung, darunter auch an zwei
Stellen zwischen den westlichen Verlängerungen des Wu-tu-shan und Tsz'-pai-shan, vor-
kommen und nicht überall eine so starke Umwandlung wie an dem erstgenannten Ort
erfahren haben.

Sechster Tag. Von Tsau-mu-lung über Liu-pa-ting nach Wu-kwan.

Der Gebirgsbach, welchen ich erreicht hatte, führt den Namen Pai-tsong-shü und
ist ein Zufluss des Hsi-lung-kiang, in den er bei Wu mündet. Er hat, um dorthin
zu gelangen, zunächst den Tsz'-pai-shan zu durchbrechen. Dieser erwies sich, je mehr
ich ihn kennen lernte, als ein schmaler, aber ungemein starrer Zug, eigentlich nur eine
schroffe, durch Zerklüftung und Erosion in bizarr gestaltete Gipfel aufgelöste Mauer,