国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0616 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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über sie hinab. Dann gelangt sie, 500 Fuss über dem Thalboden, auf Lehm, welcher
alles Gestein verhüllt, und auf dem der letzte Theil des Abstieges geschicht. Trotz der
zahlreichen Mergelknauern ist die Erde doch von dem Charakter des Löss sehr weit
entfernt. Es ist echter Gehängelehm, ein zäher, fester Boden, der sich als wenig günstig
für den Ackerbau erweist.
Pau-tsheng-hsien liegt am Fuss dieser Gehänge und genau am Rand der Thalebene.
Es ist eine kleine Stadt. Den Hti-lung-kiang, der vorüber fliesst, erkennt man nicht
wieder. Der reissende und tosende Bergstrom schleicht in einem selbstgeschaffenen
breiten sandigen Bett fort, dem Han-kiang zu, als dessen Oberlauf er betrachtet werden
müsste, wenn man nur der Stromlänge Rechnung trüge.
Die Strasse nach Han-tshung-fu setzt über den Fluss. Da die Stadt, welche von
den Taiping-Rebellen lange in Besitz gehalten und zum Theil zerstört wurde, kein dem
zu ihrem Besuch erforderlichen Umweg entsprechendes Interesse bot, so folgte ich der
grossen Strasse nach Sz'-tshwan, welche sie zur Linken liegen lässt und den Han bei
dem Marktort Hsing-kiai-tsü erreicht.
III. Ergebnisse der Beobachtungen an der Tsinling-Strasse.
Aeussere Gestalt des Gebirges.
Als eine imposante Mauer sahen wir das grosse Scheidegebirge des Tsin-ling-
shan aus dem Thal des Wei aufsteigen. Massig und breit, aber doch mit zackigen,
wilden Umrissen, erheben sich die Gipfel der von Alters her als Tshung-nan-shan
bezeichneten Gruppe im Süden von Hsi-ngan-fu; noch breiter und noch massiger,
aber mit flach gerundeten Formen zeigten sie sich weiter westlich in der Gruppe
des Ta-Pai-shan. In beiden Fällen ist ihre Entfernung vom Fuss des Gebirges
gering. Daher sind die zahlreichen Querthäler, welche nach diesem herabkommen,
kurz. Der Anblick der Gehänge zwischen Fuss und Gipfelreihe enthüllte uns eine
Reihe staffelförmig hinter einander aufsteigender, dem Thalrand paralleler und von
Querschluchten rechtwinklig durchbrochener Kämme, von denen einige sich durch
äusserst schroffe und wilde Gestalt vor anderen auszeichnen¹). Die Art, wie die
Kämme sich einer vor dem anderen abheben, lässt errathen, dass sie Gräte
bezeichnen, welche durch tiefe Secundärschluchten von einander getrennt sind.
Eine der Querschluchten führte uns in das Innere des Gebirges. Sie ist tief
eingeschnitten, und erst im obersten Theil findet ein steilerer Anstieg nach dem
überraschend niedrigen Pass statt. Hier schon befanden wir uns auf der Wasser-
scheide gegen das Stromgebiet des Kia-ling-kiang, dessen östlichsten Zufluss, den
Tung-hô, wir in einer Meereshöhe von 5400 Fuss erreichten. In einem continuir-
lichen Gebirgslauf, welcher ohne die Krümmungen eine Länge von 320 g. M. hat,
windet sich der grosse Strom gegen Süden, um sich bei Tshung-king-fu, in einer Mee-
reshöhe von 1050 Fuss, in den Yang-tszĕ zu ergiessen. Die Basis dieses Beckens am
Tsin-ling-shan, das heisst die Linie, entlang welcher er die Gewässer dieses Gebirges
sammelt, hat eine Länge von 200 g. M. Daher wird er bald sehr wasserreich.
Die Strasse zieht am Tung-hô hinab bis zur Stadt Fong-hsien, muss ihn dann wegen
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