National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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petrographischen Bestand, daher auch in der Härte, sehr verschiedenartigen regel-
mässigen Zonen aufgebaut ist, sind wir gewohnt, auf den ersten Blick die Faltungs-
zonen schon auf einem Kartenbild aus den ihnen parallelen Flussläufen zu erkennen,
wie dies z. B. im nordwestlichen Himâlaya, im Tien-shan, am Südwestrand des
iranischen Plateau's und in Theilen von Hinterindien, trotz des dichten Drängens
der Faltungen, in eminentem Maass der Fall ist. In diesen Gegenden folgt jeder
Fluss in einzelnen, oft langen Strecken den Längsfurchen und durchbricht die
einzelnen Zonen in kurzen Querschluchten. Am Tsin-ling-shan hingegen sehen
wir nicht nur die Flüsse an unserem Weg, sondern auch die grosse Mehrzahl
derjenigen, welche die chinesische Karte darstellt, den Zonenbau ausschliesslich
quer, meistentheils beinahe rechtwinklig, durchschneiden. Erst viel weiter westlich
veranschaulicht der Lauf des oberen Kia-ling-kiang ein Längsthal, welches aber viel-
leicht schon die südliche Begrenzung des eigentlichen Kwenlun-Stammes bezeichnet,
während beinahe drei Längengrade weiter östlich der Wang-kia-hô, der Tan-kiang
und der Lô-hô durch die der Streichrichtung folgenden grösseren Strecken ihrer
Läufe eine Auflockerung der zonalen Anordnung anzudeuten scheinen.
Die Gestalt der Thalwände und Flussbetten entspricht der angedeuteten Ent-
stehungsart der Flüsse. Ich habe die auffallende Thatsache angeführt, dass die
Schwierigkeiten des Gebirgsüberganges sich gegen Süden mit der Entfernung von
der Haupt-Wasserscheidekette stetig mehren. Am oberen Tung-hô liegen dicht an
der letzteren Dörfer, deren Bewohner in dem breiten Thalboden und an den
sanften Gehängen Feldbau treiben. Weiter hinab verschwindet der Raum dafür,
und unterhalb Fông-hsien wird die Schlucht so eng, dass kein Weg an ihrem
Boden führt, sondern die Communication nur mittelst hoher Pässe möglich ist.
Aehnlich ist es am Hei-lung-kiang. Eine Anzahl an der Hauptwasserscheide ent-
springender sanftgeformter Thäler geben den Gewässern Abfluss, welche sich in
immer wilder werdenden Schluchten zu diesem Strom vereinigen. Von der Stelle
an, wo wir ihn erreichen, ist er tiefer und tiefer in die Gebirgsmasse eingeschnitten.
Die Strasse folgt ihm, indem ihre kunstvolle Anlage die Schwierigkeiten über-
wunden hat; aber die Grossartigkeit und Wildheit der Thalwände sahen wir stetig
zunehmen, der Raum zwischen ihnen wird nur noch von dem brausenden Fluss
eingenommen, und in der letzten Strecke vor dem Austritt zwingt er sich zwischen
hohen Gebirgen durch eine so enge und tiefe Klamm, dass für die Strasse selbst
durch Ausmeisselung in den Felswänden kein Raum gewonnen werden konnte.
Der beschriebene Charakter, dessen wesentliches Merkmal darin besteht, dass
in dem hochgelegenen Quellgebiet eines Flusses sanfte und breite Formen, in dem
unteren Theil seines Gebirgslaufes aber enge Schluchten und schroffe Wände herr-
schend sind, ist bekanntlich keine ungewöhnliche Erscheinung. Am ausgesprochensten
findet er sich in den entschiedensten Erosionsthälern, wie den Calderas der Vulcane
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