National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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wandelt werden können. Wahrscheinlicher ist es, dass durch die Bildung des
Thalkessels von Han-tshung-fu und die Tieferlegung des Han das Ausflussniveau
sich bedeutend erniedrigt hat, und die Flüsse dadurch gezwungen wurden, sich in
dem harten Gestein zu immer grösserer Tiefe einzugraben.
Innerer Bau des Tsin-ling-shan entlang dem Strassenübergang.
Um die in Vorstehendem dargelegten Grundzüge im äussern Bau des Tsin-
ling-shan zu verstehen, werfen wir zunächst einen Rückblick auf die Entwickelung,
Vertheilung und Lagerung der Formationen, welche das Gebirge entlang unserm
Durchschnitt zusammensetzen. Von vornherein machen sich zwei grosse Ab-
theilungen geltend, welche durch das Granitmassiv von Liu-pa-ting raumlich von
einander gesondert werden und sich durch verschiedene Streichrichtungen unter-
scheiden.
I. Formationen des nördlichen Theils, vom Nordabfall bis Liu-
pa-ting.
1. Eine aus rothem Granit und Gneiss bestehende Zone bildet den nörd-
lichen Saum des Gebirges, einschliesslich des Passes Tsieu-tsha-ling und des östlich
angrenzenden Theils der Hauptwasserscheide¹). Rechtwinklig zum Gebirgsstreifen
gemessen, hat sie auf unserm Weg eine Breite von 11 g. M. Das Streichen des
Gneiss ist demjenigen der ganzen Zone und des Gebirges überhaupt parallel, von
W 12° N nach O 12° S. gerichtet. Gewisse Unterschiede in der Zusammensetzung
und Härte des Gesteins folgen mit grosser Wahrscheinlichkeit demselben Paralle-
lismus. Da jedoch der Wasserabfluss von den bis über 11000 Fuss erreichenden
Meereshöhen nach dem nördlichen Fuss durch kurze Querschluchten mit sehr
bedeutendem Gefäll stattfindet, so konnte eine entsprechende zonale Anordnung
der Gebirgsglieder nur in den secundären Zügen der aussern Sculptur ausgeprägt
werden.
2. Scharf davon abgetrennt ist eine im Süden sich anschliessende zweite Zone,
von 18 g. M. Breite, welche im Wesentlichen aus einem sehr mächtigen und an
petrographischer Abwechslung reichen System grüngefärbter, meist schieferiger,
zum Theil auch massiger Gesteine besteht²). Dieselben erinnern an die Gesteine,
welche den grössten Theil des Wu-tai-shan-Gebirges in Shansi zusammensetzen,
und die wir als Wutai-Formation bezeichneten³). Chlorit und Hornblende sind,
wo das Gemenge sich makroskopisch analysiren lässt, charakteristische Gemeng-
theile; aber meist findet sich nur eine auf diesem Wege nicht zu erklärende allge-
meine grüne Farbung. Am Nordrand kommen Gänge von Granit, Pegmatit und
Quarz vor. Das Streichen der Formation ist im Durchschnitt WzN — OzS, ent-
spricht also genau demjenigen des ganzen Gebirges. Die Fallrichtung ist südlich,
die Neigung schwankt zwischen 50 und 80 Grad.
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