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0629 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 629 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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587

ob mit der intensiveren Aeusserung der dem Metamorphismus zu Grunde liegenden
Kräfte und der weit stärkeren molekulären Umgestaltung auch ein höherer Grad
der Plasticität verbunden gewesen wäre, zeigten die Kalksteine im Querbruch eine
feine, verworrene Faltclung, die von einer, dem allgemeinen Streichen und Fallen
folgenden falschen Schieferung durchsetzt wurde. Am Tsz-pai-shan hingegen waren
alle Schichten gestreckt, und die Wechsellagerung im Kalkstein gab sich durch
geradlinig parallele Streifung zu erkennen.

Ob dieser Eindruck dem wirklichen Verhältnis entspricht, muss ich dahin
gestellt sein lassen. So fest überzeugend die Beobachtungen an Ort und Stelle
waren; so sicher es schien, dass stets dieselbe Schichtenfolge, nur mit veränderter
molekularer Anordnung ihrer letzten Bestandtheile, wiederkehre, reichte doch meine
flüchtige Bereisung für einen wirklichen Beweis dieser Schlussfolgerung nicht hin.

Es ist selbstverständlich, dass die Kalkstein-Einlagerungen in ihrer constanten
Wiederkehr eine hochgradige Zusammenfaltung der hier mit typischem Gneiss-
charakter ausgebildeten Formation andeuten. Durch eingehendes Studium dürfte
sich der Zusammenhang der Faltungen in der Wiederkehr gewisser Schichten
nachweisen lassen.

9. Die letzte, südlichste Zone im Gebirgsbau wird durch drei Gesteinsgruppen
bezeichnet, welche, gleich dem Gneiss, durch vollkommen verticale Schichtenstellung
ausgezeichnet sind, nämlich, von Norden nach Süden:
Glimmerschiefer, mit zwei Einlagerungen von unreinem Kalkstein;
dünnschichtige Quarzite, und
Thonglimmerschiefer.
Ihre Gesammtmächtigkeit beträgt so viel, als die Breite der Zone in rechtem Winkel
zum Schichtenstreichen, d. i. über drei geographische Meilen, oder ungefähr
20,000 Fuss, wobei sich eine Wiederholung gleicher Schichten durch Faltung kaum
annehmen lässt. Da sie von Granitgängen frei sind, diese aber unmittelbar daneben
im Gneiss noch auftreten, so ist es wahrscheinlich, dass sie jünger als dieser sind.
Es liegt nahe, sie mit dem Schichtensystem von Wu-kwan (7 auf S. 584) zu verglei-
chen, d. h. sie als mit Wahrscheinlichkeit zum Theil der Steinkohlenformation
zugehörig zu betrachten.

Zweitheilung des Tsin-ling-shan.

Orographisch erscheint der Tsin-ling-shan als ein geschlossenes einheitliches
Ganzes. Die Durchwanderung ergibt diesen Eindruck ebenso, wie das auf Grund
derselben entworfene Kartenbild. Nirgends findet sich eine Unterbrechung; der-
selbe starre Charakter waltet in allen Theilen. Der nördliche Theil zeichnet sich
durch die bedeutendsten Meereshöhen aus, aber der südliche mit seiner senkrechten
Schichtenstellung hat einen ebenso massigen Bau und einen noch steileren Abfall
nach aussen.

Dennoch findet, wenn man den inneren Bau betrachtet, eine Zweitheilung statt,
welche wir bei der Uebersicht der Formationszonen angedeutet haben.