国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0638 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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wohlgeordneten Versteinerungen sammeln und, was dem künftigen Erforscher von beson-
derem Werth sein wird, von Tshow-tien aus auf dem Kia-ling-kiang und dem Yang-tszĕ
zu Boot bis Shanghai bringen. Jetzt fehlte es mir an Transportmitteln. Ich lud meinen
Maulthieren auf, so Viel sie ausser ihrer schon vorhandenen Last zu tragen vermochten.
Die Beobachtungen beschränkten sich auf das, was ich am Reiseweg sah, und leider
war gerade hier das Wetter nicht so günstig, wie ich es in der Regel hatte. Schweres
Gewölk hing an den Bergen und verbarg sie häufig; zuweilen auch regnete es.
Selten habe ich eine Gegend mit so trügerischem Schichtenbau gesehen. Die ein-
zelnen Schichtgruppen sondern sich petrographisch deutlich von einander ab. In scheinbar
regelmässiger Ueberlagerung ziehen sie an den Gehängen und durch die Thalschluchten
hin. Sorgsam zeichnete ich einen Theil der Profile. Aber die Einfachheit erwies sich
als Trug. Die Bestimmung eines Theiles der Versteinerungen durch die Herren Dr. Kayser
in Berlin und Prof. Lindström in Stockholm hat dann zur Evidenz erwiesen, dass die
Schichtenfolgen grossentheils umgekehrt auf einander liegen. Ich vermag über diese Ver-
hältnisse nur Andeutungen zu geben. Ihr eingehendes Studium verspricht die Darlegung
einer Tektonik von ungewöhnlichem Interesse.
Bei Ning-kiang-tshöu betreten wir ein Längsthal. Das Gebirge, welches wir auf der
Strasse über den Pass Wu-ling-kwan vermuthet haben, fällt entlang einer ziemlich regel-
mässigen Linie nach Süden ab, zunächst auf die erwähnten Schieferhügel, in welche das
Bett des Pai-yen-hô, der herrschenden Streichrichtung nahezu folgend, eingesenkt ist.
Im Contrast zu den wenn auch nicht bedeutenden Schichtenbiegungen, welche am Pass-
übergang von Wu-ling-kwan zu beobachten waren, und den ausgesprochenen Faltungen
der letzten weichen Schiefer, sieht man jenseits des Flusses, auf der Südseite, ein ganz
gleichmässiges, wie aus einer ebenflächigen Schichtenplatte gebildetes Gehänge unter einem
Winkel von ungefähr 30° zu einem langen Rücken mit sanfter Profillinie ansteigen, welcher
durch keine tiefe Einschnitte unterbrochen ist. Kommt man näher, so wird es ganz
deutlich, dass in der That feste schieferige Gesteine in gestreckten, ebenen Platten das
lange Gehänge bilden. Einige Schluchten ziehen von der First herab. An ihren Seiten-
wänden, welche oft nur mit geringen Winkeln in die Schichtgesteine eingeschnitten sind,
entsteht in Folge des vollkommenen Parallelismus der Lagen der letzteren eine Art von
damascirter Zeichnung, wie man sie an den Wänden der grossen Aushöhlungen in vielen
Salzbergwerken sieht.
Die Strasse hält sich zunächst an den nördlichen Fuss der langen plattenförmigen
Abdachung und folgt in westsüdwestlicher Richtung der Mulde. Aber während das
Schichtenstreichen constant W 20° S bleibt, wendet sie sich über den Pass Lau-pu-kwan,
der die Wasserscheide zwischen dem Han und Kia-ling-kiang bildet, mehr nach SW
und gelangt daher allmälig in andere Theile der Schichtenfolge. Schon in der kurzen
Strecke bis Kwei-shui-hô nähert sie sich dem genannten Rücken, und während zuerst
nichts als Schieferthone anstehen und aus den Schluchten dieses Gebirges herabkommen,
erscheinen nun Bruchstücke von tieferen Schichtungsgliedern.
Bei der Aufzählung der Schichtgruppen, wie ich sie am Wege nach einander durch-
schritt (s. Fig. 108), schliesse ich an die vorhergehende Reihe an, da das Fallen im
Allgemeinen gleich bleibt, und die Schichtenfolge scheinbar die Fortsetzung der bis hieher
durchschrittenen bildet. Den zusammengefalteten Schiefern von Ning-kiang folgen, von
oben nach unten:
m) Weiche, griffelartig zerfallende Schieferthone, von grauen, grünlichen,
gelblichen und röthlichen Färbungen; sie wechseln mit muschelig-knollig zer-
bröckelnden festeren Schichten von grüner Farbe. Diese Gesteine, welche mir
zum Theil identisch mit n erschienen, bilden die beschriebenen langen ebenflächigen
Gehänge im Süden von Ning-kiang. Darunter lagern gleichförmig:
l) Kalksteine, mit anderen Schichten wechselnd und zwar zu oberst: Grauer, split-
triger Kieselkalk, 15 Fuss mächtig; — Schieferthon; — Lyditconglome-
rat und Lyditsandstein (x auf Fig. 108). Die Einschlüsse des Conglome-
rates sind in einzelnen Schichten stark gerollt, in anderen an den Kanten
gerundet, in noch anderen ganz eckig und scharfkantig. Die Sandsteine sind
eigentlich nur ein feinkörniges Conglomerat derselben Art. — Darunter folgt dann
ein beständiger Wechsel von Schiefern und Kalksteinen, in Gruppirungen
von verschiedener Mächtigkeit. Charakteristisch sind: rothe Kalke, rothe Kalk-
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