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0648 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 648 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

der von n kommende, erreichen ihn durch enge Einschnitte in dem härteren Gestein,
während die Gehänge ihrer Thalfurchen in den darüber lagernden weicheren Schiefern
sanfte Böschungen bilden. Die Strasse führt daher, dem Hauptfluss parallel, aber in
einigem Abstand von ihm, über die ganze Reihe der Einschnitte quer hinweg. —
Aehnliche Fälle sind in den Faltungsgebirgen des südlichen China nicht selten zu
beobachten.

Sehr charakteristisch sind die Querschluchten entwickelt. Bei ihnen ist
das Bestreben des fliessenden Wassers zu beobachten, die harten Gesteine unter
rechtem Winkel zum Streichen zu durchschneiden und entweder in gleicher Rich-
tung durch das weiche Gestein fortzusetzen, oder innerhalb dieses in die Streich-
richtung umzubiegen, bis zu der Stelle, wo der Durchbruch der nächsten Gruppe
harter Gesteine beginnt. Wir werden den mannigfachen Wechsel von Längs- und
Quer-Strecken der Flüsse, welcher dadurch entsteht, im südlichen China sehr ent-
wickelt finden. Hier setzen die Querdurchbrüche in auffallender Weise continuirlich
durch eine Reihe von Falten fort, zum Theil durch die gesammte Breite der
Faltungszone.

Die grösste Querfurche ist diejenige, durch welche der Kia-ling-kiang
seinen Lauf nimmt. In der Strecke, auf welche sich meine Aufnahme beschränkt,
ist sie nicht continuirlich; sondern indem ihre Gesammtrichtung einen Winkel von
35° zu der des Gebirgsstreichens bildet, setzt sie sich aus Theilstrecken zusammen,
von denen einzelne, nach dem eben angeführten Gesetz, die harten Kalksteine
rechtwinklig durchschneiden, während andere, etwas längere, in den weicheren
Schichten nach rechts ausbiegen und entweder einfach deren Streichen folgen, oder
einen gewundenen Lauf bilden, von dem die Schlinge von Fei-hsien-kwan ein
ausgezeichnetes Beispiel bietet. Wahrscheinlich folgt der Kia-ling-kiang oberhalb
Tshau-tien demselben Gesetz. Nach der chinesischen Karte hat er von Pai-kio-ss'
bis Tshau-tien eine nordsüdliche Mittelrichtung, ist also um einen Winkel von 20°
diagonal zum Gebirgsstreichen eingeschnitten. Dass er auch in dieser Strecke
mindestens die Zonen härterer Gesteine in Engschluchten durchsetzt, scheint aus
einer mir von Herrn Oberlicutenant Kreitner gefälligst mitgetheilten Kartenskizze