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0649 China : vol.2
China : vol.2 / Page 649 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000260
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des Weges der Graf Széchenyı'schen Expedition zwischen den beiden genannten
Orten hervorzugehen. Sind auch nur der Hauptstrom mit seinen Zuflüssen und
der Reiseweg darauf angegeben, so ist es doch auffallend, wie in dem hochgebir-
gigen Land der Weg dem Strom nicht folgt, sondern in grösserem Abstand von
ihm über die Bergketten führt und nur einmal, bei Yang-ping-kwan, den Fluss
berührt. Der Grund einer so unbequemen Strassenführung kann nur in der Enge
der von dem Fluss durchströmten Schluchten liegen.

Ebenso unzugänglich ist die ungefähr 12 g. M. lange Querschlucht, in welcher
der Pui-yen-hö, nachdem er das Längsthal von Niug-kiang-tshöu verlassen hat, dem
Han zuströmt. Die Strasse konnte diese Schlucht nicht benutzen, sondern musste über
den hohen und unbequemen Pass Wu-ting-kwan [s. oben S. 593 ff.] gebaut werden,
von dem kleine Bäche nach Norden und Süden durch Querschluchten hinabströmen,
welche in Anbetracht ihrer geringen Länge den Zonenbau der Schichten in auffälliger
Continuität durchbrechen.

Im Gegensatz zum südlichen Tsin-ling-shan, der mit diesen Gebirgen die
Streichrichtung theilt, haben wir hier ausgesprochene tektonische Längsthäler; aber
gemeinsam mit ihm ist die Eigenschaft der Querschluchten, den Zonenbau in
grösserer Breite quer oder etwas diagonal zu durchsetzen. Dort waren die Abfluss-
furchen dieser Art fast gerade Linien; hier sind sie ein wenig, aber nach einem
bestimmten Gesetz, gebrochen. Andererseits stehen diese Regionen im Gegensatz
zu solchen Gebieten zonaler Faltungen, wie aus rechtwinkelig abgesetzten
Strecken bestehender und dadurch sehr mannigfach gegliederter Lauf der Flüsse
die Regel ist. Das südöstliche China, Hinterindien und der Südwestrand von Erân
geben dafür ausgezeichnete Beispiele. Im nördlichen Sz'-tshwan scheinen, trotz
eines weithin fortsetzenden zonalen Faltenbaues, die durch eine Reihe von Zonen
continuirlich fortsetzenden Querthäler das Grundgesetz im Wasserabfluss zu bilden.

Eine Folge dieser Stromvertheilung ist der Mangel an einheitlichen Namen für
die Gebirge. Wo ein Strom in breitem Thal einem Gebirge parallel fliesst, oder
wo ein Plateaurand langgedehnt über eine Ebene ansteigt, da bilden sich leicht
zusammenfassende Benennungen. Dort aber, wo quergerichtete Flüsse jede ein-
zelne Bergkette zerschneiden und den Zusammenhang der Theile unkenntlich machen,
findet man fast nur Einzelnamen für die getrennten Theile. So ist es in dieser
Gegend. Wenn einst eine Landkarte ein richtiges Bild ihres Reliefs wiedergeben
wird, werden sich langgezogene, hier und da von Flüssen schroff durchschnittene
Rücken mit einfachen Höhenlinien, ohne auffallende Gipfel, leicht erkennen lassen.
Sie werden die Karte in viel regelmässigerer und vollkommenerer Gestalt durch-
ziehen, als ich es durch Verallgemeinerung der geologischen Beobachtungen
schematisch darzustellen versucht habe. Allein das Auge des Anwohners erkennt
diese Züge nur, wo sie auf eine lange Strecke ohne Unterbrechung fortstreichen,
wie im Fall des Tshong-tsiang-yai im Süden von Kwang-yuén-hsien. Es bemerkt
sie nicht, wo sie zerschnitten sind, und gewahrt dann nur Berge, nicht Gebirge.
In dem ganzen südlichen China werden wir aus demselben Grund nur äusserst wenige