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0650 China : vol.2
China : vol.2 / Page 650 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000260
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brauchbare Benennungen für Gebirgszüge finden, und es entstehen dort betreffs
der Nomenclatur nicht geringe Schwierigkeiten. Ich werde mich für die auf dem
Weg von Mien-hsien bis Kwang-yüen-hsien durchwanderte und weiter westlich
fortsetzende Gruppe von Gebirgszügen der sehr unvollkommenen Bezeichnung:
»Gebirgsland von Tshau-tien« bedienen, da diese wichtige Station der grossen
Strasse einen Mittelpunkt bildet.

Auszeichnend für dieses Gebirgsland sind die angegebenen langgezogenen
Rücken, welche in der Regel nach einer Seite steiler, nach der anderen mit geringer
Neigung abfallen. Die meisten zeigen auf der Höhe eine einfache wellige Linie,
während das Querprofil oft zackig ist. Nur sehr feste Kalksteine ragen in Reihen
von schroffen, riffartigen Kuppen auf, weil sie bei der mechanischen Erosion aus-
gespart blieben, aber entlang gewisser Kluftlinien der Losung durch die atmosphä-
rischen Gewässer unterliegen. Dies gilt vom Lung-monn-shan im Nordwesten von
Ning-kiang-tshóu.

Betrachten wir die einzelnen Höhenzüge, so erscheint alles Gebirge im Norden
der Längsfurche von Mien zu sehr mit dem Tsin-ling-shan verwachsen, um es
davon unter besonderer Benennung zu trennen. Die bekannteste Gipfelgruppe ist
dort der Po-tshung-shan.

Für die Zone zwischen den Längsthälern von Mien und Ning-kiang lässt sich
der Name des Passes Wu-ting-kwan als eines wichtigen und historisch berühmten
Punktes¹) verallgemeinern. Ich bediene mich daher für dieselbe des Namens Wu-
ting-shan oder Wuting-Gebirge²).

Der Name des scharfgezeichneten langen Rückens im Süden von Ning-kiang-
tshóu ist mir nicht bekannt geworden. Dagegen haben wir bereits oben (S. 597)
den ihm südlich entgegenstehenden, nicht minder charakteristischen Rücken als
Tshau-pi-shan kennen gelernt. Beide bilden jedoch nur untergeordnete Glieder
eines grösseren Complexes, für welchen die auch im Lande selbst gebräuchliche
Collectivbenennung Kiu-tiaushan³) (»die neun Gebirgszüge«) zweckmässig ange-
wendet werden kann.

Der Plateau-Absturz im Süden des Längsthales von Kwang-yüen-hsien (S. 604) ist
in seinem einheitlichen Charakter erkannt und passend als Tshüng-tsiang-yai (»Mauer-
klippe«) bezeichnet worden.

Das gesammte Gebirgsland von Tshau-tien scheint wenig bewohnt und selbst
den Chinesen der umliegenden Gegend ausserhalb der Strasse wenig bekannt zu