国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0673 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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2. Grauer harter, beim Anschlagen tönender Kalkstein.
3. Buntgefärbte, meist rothe, thonige Kalksteine. Sie sind weithin als ein rothes
Band erkennbar, welches sich gegen die Grenze des unteren Dritttheils der Höhe
anscheinend horizontal um die Gehänge schlingt. Die Schichten sind im unteren
Theil sandiger, im oberen thoniger und mergeliger. In grossen, darin angelegten
Steinbrüchen werden die Gesteinsplatten gewonnen, mit denen im Thal von Han-
tshung-fu und in dieser Stadt die Strassen gepflastert sind.¹). Das zweite Drittheil
der Höhe des Berges scheint ganz aus diesen buntgefärbten, im Charakter sehr
wechselnden Gesteinen zu bestehen. Denn 100 bis 150 Meter unter dem Gipfel
folgt das nächste angegebene Glied, nämlich
4. Eine schmale Zone steinkohlenführender Schichten. Sie wird überlagert von
5. Kalkstein, welcher dem unter 2 angegebenen entspricht. Er bildet den Gipfel
des Berges und umhüllt ihn mit seinen Blöcken bis zu dem kohlenführenden Glied
hinab, so dass die genaue Schichtenfolge nicht sichtbar ist.
In dem Kalkstein 5 werden (II, p. 3) Muscheln, Madreporen, Bryozoen und Spon-
gien angeführt. Auch der demselben vollkommen gleiche Kalkstein 2 enthält Bivalven
und Korallen; Productus und Spirifer werden, wenn auch nicht mit völliger Sicherheit,
angeführt und für silurisch gehalten.
Das Schichtensystem 3 ist reich an Versteinerungen. Die bunten Mergelkalke des
oberen Theils führen insbesondere Orthoceratiten, die von der Dicke eines Federkiels bis
zu der eines Armes vorkommen und besonders auf den abgetretenen Platten der Fuss-
wege sichtbar sind. — Ein Block von unreinem krystallinischem Kalkstein enthielt eine
grosse Menge von Fragmenten von Korallen, Spongien und Muscheln.
Die Steinkohlenischichten 4 entsprechen ganz denen von Tshau-tin. Schwärzliche,
dünnblättrige Schiefer enthalten eine ungeheure Menge von Abdrücken von marinen
Mollusken, »welche an jetzige Formen erinnern«. Die Steinkohle ist unmittelbar von
bläulichem Schieferthon mit Eisenkiesausscheidungen begleitet. Sie hat schwärzlichbraune
Farbe und ist stark bituminös; technisch steht sie hinter derjenigen, die sich nordöstlich
von Mien-hsien findet, zurück.
Die Wiederkehr des gleichen Kalksteins am Fuss und auf der Höhe des Berges
scheint eine Faltung oder Ueberschiebung anzudeuten, wie wir sie weiter westlich anneh-
men mussten. Dass wir es mit dort vertretenen Schichtengliedern zu thun haben, dürfte
keinem Zweifel unterliegen. Zum Sammeln von Versteinerungen ist der Liang-shan wegen
der grossen Steinbrüche besonders zu empfehlen.
4. Reise im Thal des Han hinab. — Am 18ten April 1873 schiffte sich Abbé
David in Tshung-tu-hsien ein und fuhr den Han hinab. Die Ebene verengt sich. Die
Hügel zur Rechten scheinen aus Granit zu bestehen; die zur Linken aus Sandstein und
Conglomerat. Dann fliesst der Strom durch granitische Hügel, welche Stromschnellen
verursachen. Am 3ten Tag änderten sich die Gesteine, die Hügel verloren ihre gerun-
deten Formen, erreichten eine Höhe von 400 bis 600 Meter über dem Fluss und bestanden
aus Gneiss, grünlichem Schiefer und bläulichem Kalkstein. Letzterer erscheint bei der Stadt
Shi-tüin-hsien, wo der Fluss scharf nach Süden biegt, und trägt rothe Sandsteine und Con-
glomerate. Alle Schichten fallen SO. Von dieser Stadt an wechseln krystallinische Schiefer und
rothe Sandsteine am Fluss; dann folgt noch einmal »grünlicher Granit«. Das krystallinische
Gebirge verschwindet. Die Hügel mit sanft eingeschnittenen Thälern bei Han-yang-ping
bestehen aus schwärzlichen Kalkschiefern, die Quarz enthalten. An einer Stelle wird in
den senkrecht stehenden Schichten ein Kohlenflöz abgebaut. Bei Tsz-yang-hsien erschei-
nen Thonschiefer mit Quarzadern. In dieser Gegend scheiterte das Fahrzeug von Abbé
David an einem Granitfels. Abermals folgen Kalkschiefer, wechselnd mit Sandstein, dann
nochmals Gneiss und Granit. Letztere Gesteine bilden spitze Gebirge, die 1500 Meter
über dem Fluss ansteigen. In geringer Entfernung von Hsin-ngan-fu lagert auf dem
Granit Kalkstein, welcher selbst wieder die Unterlage von steinkohlenführenden Schichten
bildet. Es sind viele Gruben am Fluss. Man gewinnt Anthracit aus beinahe senkrecht
stehenden Schichten.
Der Fluss verlässt die Enge, die er bei dem unteren Ende der Ebene von Han-
tshung-fu betrat. Die Hügel werden niedrig und gerundet²).
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