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0676 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 676 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

Bei dem über Lau-tien-hsien, südöstlich von Hsi-ngan-fu, sich erhebenden Theil
des Gebirges sind wir am Ende der Tsin-ling-Pässe und der als Tsin-ling-shan
bezeichneten Strecke des ersteren angelangt. Dort wo die Wasserscheidekette nach
Osten fortsetzen sollte, zeigt die Karte die auffallende Erscheinung, dass an der
Stelle derselben ein grösserer Ort, Shang-tshŏu, liegt, und zwar an einem grossen,
südostwärts gerichteten schiffbaren Fluss, dem Tan-kiang, dessen Quellen sich
nördlich von der bisherigen Wasserscheidelinie befinden. Eine fahrbare Strasse,
deren Anlage mit den Mitteln chinesischer Ingenieurkunst weiter westlich nicht
möglich sein würde, führt von Shang-tshŏu über die Hauptwasserscheide hinweg
nach Lau-tien-hsien und Hsi-ngan-fu. Sie liegt zur Hälfte in einem Längsthal,
dessen Mittelpunkt Shang-tshŏn bildet. Bei solchen Verhältnissen scheint es, als
ob der ganze Charakter des Gebirges verändert sein müsse. Da aber im Osten
das Gebirgsland fortsetzt, so dürfte die Strasse im Wesentlichen die Stelle eines
grossen Bruches bezeichnen, dem entlang, zugleich mit der Wasserscheide, alle
Elemente des Gebirgsbaues eine Verschiebung erlitten haben. In der That findet
eine solche Verschiebung betreffs des Nordrandes statt. Denn Lau-tien liegt in
einer tiefen, bis zu grosser Höhe mit Löss erfüllten, spitzwinkeligen Bucht, welche
dadurch gebildet wird, dass der geradlinige Nordrand plötzlich in Gestalt eines ℨ
um ungefähr 20 g. M. nach Norden verschoben wird¹).
Der Nordrand dieser verschobenen östlichen Fortsetzung besteht aus krystalli-
nischen Schiefern, insbesondere Gneiss, wie der des Tsin-ling-shan, bis sich das
pittoreske Granitmassiv des heiligen Ta-Hwa-shan einschiebt, welches weit aus dem
Gebirgsrand vorspringt²).
Folgen wir von Shang-tshŏu aus dem Tau-kiang abwärts, so erreichen wir bei
Lung-ku-tshai den Ort, wo die Schifffahrt beginnt. Von hier bis Tshang-ling-kwan
befinden wir uns in einem Querthal, wo der Fluss, von steilen Felswänden ein-
geengt, eine Reihenfolge von Stromschnellen bildet²). Dann kommen wir in ein
Längsthal, dem wir bis unterhalb der Provinzgrenze bei King-szĕ-kwan folgen.
Auch hier hat der Fluss noch ein sehr bedeutendes Gefäll.
Er verlässt nun denjenigen Theil des Gebirges, in welchem die Streichrichtung
des Kwen-lun (WzN—OzS) durch einzelne Thäler angezeigt wird. Damit erweitert
sich das Thal und der durch die Vereinigung zahlreicher Gebirgsflüsse angeschwellte
Strom hat einen ruhigeren Lauf bis zu seiner Einmündung in den Han bei Lau-
hŏ-kŏn⁴).
Die Vermuthung, dass diese für den Gang der Geschichte und den gegen-
wärtigen Verkehr gleich wichtige natürliche Verbindungsstrasse zwischen den Thälern
des Wei und des Han mit einer Aenderung im Bau des gesammten Gebirges ver-
bunden ist, findet ihre Rechtfertigung auch in dem Umstand, dass von hier aus gegen
Osten Längsthäler sich in grösserer Zahl einschieben und gleichsam eine Auflockerung