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0684 China : vol.2
China : vol.2 / Page 684 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000260
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der Rückweg; seinen Berichterstatter erfüllte die Erinnerung an die furchtbaren
Gebirgsübergänge mit Grausen.

Betrachten wir diese Thatsachen in Verbindung mit Gill's Beobachtung sehr
steiler Einfallswinkel der Schichtgesteine, so scheint es, dass hier im Westen, im
grössten Gegensatz zu einer Auflockerung des Gebirges, ein viel mächtigeres Zu-
sammendrängen der Faltungen stattfindet, als es im Osten im Allgemeinen der
Fall ist, oder vielmehr, dass derjenige Charakter, welchen wir an der Tsinling-
Strasse, in unmittelbarem Anschluss an die in der Richtung des Kwenlun streichenden
Theile des Gebirges, zwischen Wu-kwan und Pau-tshöng-hsien fanden¹), im Westen
über sehr breite Zonen herrschend wird. Es ist bemerkenswerth, dass das Auf-
thürmen der Sinischen Faltungen zu Riesenhöhe dort geschieht, wo diese sich an
denjenigen Theil des Kwenlun anschliessen, in welchem zuerst dessen ausserordent-
liche, oben angedeutete Breitenentwickelung beginnt²).

Gehen wir noch weiter westlich, so nimmt die Breitenentwickelung des Kwen-
lun noch beträchtlich zu, und wahrscheinlich auch dessen Höhe. Dadurch wächst
die Ausdehnung des Gebirgslandes gegen Norden. Zugleich erweitert es sich gegen
Süden, indem der Kiu-ting-shan südwestlich fortstreicht. Getreu dem früheren
Charakter, scheint damit nicht nur die Gesammterhebung, sondern auch die Hohe
der Hauptgipfelketten noch immer zu wachsen. Der nördliche Theil wird indessen
zugänglicher, indem der Löss mit seinen weiten, theils abfliessenden, theils abfluss-
losen Ausfüllungen die Kwenlun-Ketten von einander scheidet und über tief unter
ihm verborgenen Schluchten, welche ohne ihn unzugänglich sein würden, dem
Verkehr leichte Brücken baut. Aber je weiter gegen Süden, desto mehr hört die
Lössbedeckung auf, desto wilder und durchrissener wird das Gebirge, welches wahr-
scheinlich die grossartigste Meere von Hochgipfeln und scharf geschnittenen Rücken
in der Welt bildet. Noch waltet die Richtung NO—SW, wie sie sich in den langen
wasserscheidenden Ketten des Ta-Hsüe-shan und des Lien-to-shan³), die vom 103ten
Meridian durchschnitten werden, zu erkennen gibt. Westlich von ihnen und unge-
fähr unter 30° 45' nördlicher Breite bezeichnet der Morto-shan, den die Chinesen
auf ihren Karten mit himmelaufragender Gestalt zeichnen, noch einen gewaltigen
Knotenpunkt. Es gibt kein Land, welches dem Geologen grossartigere Beobach-
tungen verspricht, als diese Gebirgsländer der Sifan, deren grösster Stamm, die
Somo, von einer Königin regiert, in den Wildnissen im Nordwesten des Ta-Hsüe-
shan wohnen⁴).

Während hier die Richtung NO—SW, die wir westlich bis zum Tang-la ver-
folgen können, rein zu herrschen scheint, tritt jetzt gegen Süden und Südwesten
eine andere Streichrichtung auf, welche den Gebirgsbau ungemein verwickelt