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0690 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 690 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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Festland lag, und zwar werden wir uns dasselbe schon als ein Gebirge vorzustellen
haben, welches aus denselben Gneissen und Wutai-Schichten bestand, die jetzt am
Nordrand mit einem jener Linie parallelen Streichen herrschen.

Ganz anders gestaltet sich das Verhältniss in den nachfolgenden Perioden.
Denn während im nördlichen China Silur und Devon fehlen, finden wir diese For-
mationen im Süden des Tsinling-Gebirges mächtig entwickelt, und wir rechneten
ihnen, allerdings hauptsächlich auf Grund petrographischer Analogie, eine ebenfalls
sehr mächtige Reihe von Sedimenten zu, welche einen wesentlichen Bestandtheil
des Tsin-ling-shan selbst bilden¹). Der Gebirgsraum und das südlich angrenzende
Land müssen sehr tief unter das Meer versenkt gewesen sein, um den Absatz dieser
Schichten möglich zu machen.

Fortdauer der Sinischen Ablagerungen während der Perioden
des Silur und Devon. — Wenn somit während der Zeit der Bildung der mäch-
tigen, zum Theil tief pelagischen Ablagerungen der Sinischen Periode ein sehr
bedeutender Verticalabstand zwischen dem Meeresboden im nördlichen China und
dem Festland, welches sich südlich von der Kwenlun-Linie ausdehnte, bestanden
haben muss, so würden wir, den herkömmlichen Erklärungen gemäss, anzunehmen
haben, dass in der Silurperiode das umgekehrte Verhältniss stattfand, dass also
entlang jener Linie eine Verticalverschiebung sich vollzog, durch welche die Sini-
schen Ablagerungen des nördlichen China zu einem continentalen Tafelland erhoben
wurden, während im Süden der Kwenlun-Linie eine Senkung entstand, tief genug,
um ungefähr 20,000 Fuss mächtige Sedimentschichten aufzunehmen. Die Annahme
eines Wechsels entgegengesetzter Verticalbewegungen von so ungeheurem Betrag
entlang einer und derselben Linie begegnet bedeutenden mechanischen Schwierig-
keiten und verbietet sich von selbst. Unsere jetzige Kenntniss der Tiefseeeverhält-
nisse gestattet eine einfachere Erklärung, indem ein gleichmässiges Herabsinken des
gesammten, zu beiden Seiten der Kwenlun-Linie gelegenen Theiles der Erdrinde,
das heisst also eines schon sehr tiefen Meeresbodens und eines Continentalgebietes,
unter das Meeresniveau hinreichen würde, um die Verschiedenheit der Sediment-
bildung in beiden Theilen und die Unterschiede ihrer Faunen zu begründen. Auf
der südlich von der Scheidelinie gelegenen höheren Stufe konnte die Ablagerung
von Kalksteinen und mit ihnen wechselnder klastischer Sedimente gleichen Schritt
mit dem Herabsinken halten, während der Boden des nördlich davon gelegenen
Tiefseeeres nur spärlich erhöht wurde. Hier konnte das thierische Leben gänzlich
fehlen, oder nur durch die fortlebenden Typen der Cambrischen Zeit als eine in
hohem Grad heteropische Fauna vertreten sein, während dort, unter günstigeren
Tiefenverhältnissen, gleichzeitig die Silurfauna zu üppiger Entwickelung gedieh.

Dies scheint in der That die einzig mögliche Erklärung, wenn wir in den
Bereich unsrer Betrachtung den bemerkenswerthen Umstand ziehen, dass die Abla-
gerungen der Carbonischen Formation diejenigen des Sinischen Zeitalters im nörd-