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0695 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 695 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

Hauptzug des Gebirges sind die wenigen Ueberreste der Carbonischen Gebilde
gefaltet. Ich selbst beobachtete dies nur bei Pai-kia-tien ¹) und bei Nan-yang-fu ²);
doch geht das gleiche Verhalten aus den Beobachtungen von Armand David für
andere Stellen des Tsin-ling-shan hervor ³). Ungleich deutlicher sind die Störungs-
wirkungen im Süden des Gebirges erhalten. Die Gegenden, welche sich hier
anschliessen, waren durch die mit dem Aufsteigen des Granites verbundenen Be-
wegungen nicht in merkbarem Grad beeinflusst worden; denn wir fanden bei Tshau-
tien die Formationsreihe vom Mittelsilur bis über den Kohlenkalk hinaus gleichförmig
gelagert und als Gesammtheit gefaltet. Die Bildung der oben (S. 617—620) ausführ-
lich beschriebenen Faltungen muss daher erst ungefähr gleichzeitig mit der Erhebung
des ganzen Landes aus dem Meer geschehen sein. Derselben Periode gehört die
Faltung des ganzen südlichen China an. Der intensive Lateraldruck äusserte sich
in der Nähe des östlichen Kwenlun nach zwei verschiedenen Richtungen. Denn
eine besondere Kraft muss es gewesen sein, welche die von SW nach NO strei-
chenden Falten des nördlichen Sz'-tshwan schuf und deren Ueberschiebung in
südöstlicher Richtung zur Folge hatte. Nach Analogie mit den Verhältnissen in
europäischen Gebirgen müssen wir annehmen, dass sie von Nordwest her wirkte.
Eine andere Kraft schob die Falten in solcher Weise, dass sie sich nach ONO
krümmten und sich dem Kwenlun, mit gleichzeitig zunehmender Steilheit der
Stellung, anschaarten. Dies konnte ebensowohl dadurch geschehen, dass die Fal-
tungen von Süden her gegen den festen Stamm des Kwenlun angepresst wurden,
als dadurch, dass dieser nach Süden gegen das System der Falten bewegt wurde.
In der Region des Fu-niu-shan fanden sich Anzeichen für die letztere Bewegung,
indem die Erscheinungen an dessen Nordseite, insbesondere die zahlreichen Ver-
werfungen und das massenhafte Empordringen von Ausbruchsgesteinen, zur Annahme
einer dort stattgehabten Räumerweiterung, dagegen eines Zusammendrängens gegen
die Südseite hin, führten ⁴). Im Thal des Wei sind mir solche Anzeichen nicht bekannt;
doch mag daran die Beschränkung meiner Beobachtungen auf das mit Löss erfüllte
Thal schuld sein. Ich vermag daher nur die Wahrscheinlichkeit anzudeuten, dass
in diesem Theil der nördlichen Gebirgsvorlage ähnliche Schlussfolgerungen berech-
tigt sind.

Der Kwenlun und die Alpen.

Vergleichen wir die hier beschriebenen Verhältnisse mit denjenigen der Alpen,
wie sie durch den combinatorischen Geist von Eduard Suess auf Grund der
Arbeitsergebnisse zahlreicher Forscher in scharfsinniger Weise dargestellt worden
sind und, von Heim, Baltzer, Mojsisovics und Anderen theils erweitert und
theils bestätigt, mehr oder weniger zu allgemeiner Annahme gelangt sind. Hier haben
wir ein grosses einseitiges Gebirge, im Westen mit einem nach West convexen
Bogen beginnend, dann nach NO, ONO und O fortstreichend; im Centrum — und