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0699 China : vol.2
China : vol.2 / Page 699 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000260
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charakterisirte positive Südseite des Himālaya ist diesem früh verfestigten Theil
der Erdrinde zugewandt.

Bei dem Kwenlun mag ein derartiges Widerlager in den ersten Stadien seiner
Bildung bestanden haben, als seine Stauungen gegen ein im Süden vorliegendes
Gebiet gerichtet waren, welches während der Ablagerungen des Silur, Devon und
Carbon hinreichende Festigkeit bewahrte, um eine regelmässige Aufeinanderfolge
der Niederschläge in diesen Zeitaltern zu gestatten. Selbst die grossen präcarbo-
nischen Granitausbrüche in jenem Gebirge und die mit ihnen verbundenen tekto-
nischen Bewegungen beeinflussten, wie es scheint, nicht die Starrheit der südlichen
Scholle. Wir vermochten hier nur postcarbonische Faltungen zu constatiren, die
sich über weite Regionen verbreiteten. Aber diese Faltungen stehen in keiner
unmittelbaren Beziehung zum Kwenlun und entsprechen nicht den Faltungszonen,
welche die Centralalpen an der Nordseite begleiten.

Mit langsamen Schritten werden die ausgedehnten Gebirgsregionen, welche
sich, als ein Product dieser der Steinkohlenperiode folgenden dynamischen Vor-
gänge, dem Kwenlun im Süden anschliessen und grossentheils zu den mächtigsten
Gebirgsländern der Erde gehören, einer wissenschaftlichen Kenntniss erschlossen.
Am meisten ist ihre Kunde im äussersten Westen, im Quellgebiet des Yarkand-Flusses,
und im äussersten Osten gefördert; doch verbreitet sich auch schon schwaches Licht
über einzelne dazwischen gelegene Punkte. Jene Endgebiete sind einander analog,
und doch auch entgegengesetzt, gebaut, wie wir dies schon früher übersichtlich her-
vorgehoben haben. Im Westen erweist sich die Streichrichtung SO—NW um so
schärfer ausgeprägt, je mehr die bewundernswürdigen Kartenarbeiten der indischen
Geodäten fortschreiten¹). Die Muztagh-Kette und die Gebirge im Nordosten und
Südwesten derselben folgen ihr, ebenso wie der nordwestliche Himālaya. Hier
sind die Falten nach Südwesten hin überstürzt und überschoben, bis zur indischen
Ebene hin. Die bewegende Kraft war von Nordosten her gerichtet. Im Osten
hingegen fanden wir die Richtung SW—NO allen Gebirgsbau beherrschend, vom
Tangla bis zum Thal des Han, und wir werden sie später bis an das Meer ver-
folgen. Beide Streichrichtungen laufen also nach Süden gegen einander; ob aber
eine bogenförmige Verbindung derselben stattfindet, lässt sich noch nicht erkennen;
was bis jetzt bekannt ist, spricht gegen ihre Existenz. Zwischen den Regionen,
deren Bau von jenen beiden Streichrichtungen bestimmt wird, liegt das Hochland
von Khor²), welches als ein gewissermaassen neutrales Gebiet erscheint. Dort
breiten die Steppenflächen sich über atmosphärischen Aufschüttungen aus, welche
vermuthlich sehr tiefe Depressionen erfüllen, und es scheint nicht, dass Gebirgs-
ketten zu grosser relativer Höhe über sie aufragen. Wir werden an die Depressionen
erinnert, welche in Regionen ähnlicher Convergenz auf dem eranischen Hochland
eingesenkt sind.

Wenn wir die gesammte Gebirgswelt, welche sich im Süden des central-