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0700 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 700 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

asiatisch-nordchinesischen Depressionsgebietes ausbreitet, übersichtlich betrachten,
so gewinnen wir also die Anschauung: 1) dass der Kwenlun an dessen südlicher
Grenze die Osthälfte des Asiatischen Continentes in Gestalt einer starren Zone von
parallelen Ketten durchzieht, welche bald in grösserer Zahl aufragen, bald nur in
Gestalt eines einzigen geschlossenen Zuges erscheinen; — 2) dass sich auf der
Südseite dieses geradlinigen Gebirgsstammes ein neutrales Gebiet, das Hochland
von Khor, in Form eines breiten, vielleicht trapezförmigen Keiles mit seiner brei-
teren Basis anschliesst; — 3) dass dieses Neutralgebiet im Westen von Ketten
begrenzt ist, welche nach der Triasperiode gefaltet wurden, mithin jüngeren Alters
als der Kwenlun sind, in der Richtung NW—SO herabziehen und dann, indem sie
sich nach dem Streichen W—O krümmen, das Hochland im Süden umspannen; —
4) dass von diesem inneren System bogenförmiger Ketten aus in weit späteren
Perioden eine fernere Entwickelung gleichsinnig gerichteter bogenförmiger Falten
nach aussen, gegen die Indische Ebene hin, stattgefunden hat; — 5) dass sich dem
Hochland im Osten ein mächtiges System postcarbonisch gefalteter Ketten anschliesst,
welche von SW nach NO gerichtet sind und vom Tangla in ausserordentlicher
Breite fortsetzen bis an das chinesische Meer; — 6) dass die letztgenannten Ketten
sich durch eine Umbiegung nach dem Streichen WSW—ONO an die Südseite des
Kwenlun anschaaren und mit diesem fest verwachsen; — 7) dass in dem nördlich-
sten Theil dieses Faltungslandes, nahe der Grenze mit dem Kwenlun, Brüche
gebildet wurden, welche das Streichen des letzteren nahezu theilen und einerseits
durch die Einsenkung des beckenverbindenden Han den aus zwei verschiedenen,
aber fest verwachsenen Theilen bestehenden Tsin-ling-shan als Ganzes hervor-
treten lassen, andererseits die Richtung und Abtrennung des Ta-pa-shan als eines
Diagonalgebirges bewirken.

So einfach dieser Gesammtbau ist, bereitet doch die Mechanik desselben der
Erklärung nicht geringe Schwierigkeiten. Es ist leichter, sich die Apenninen als
durch einfache Stauung von ihrer Innenseite her gebildet vorzustellen und den Bau
der benachbarten Theile Italiens in Einklang mit dieser Anschauung zu bringen.
Aber selbst das scheinbar weniger verwickelte Problem der Entstehungsart gleich-
sinnig über weite Erdräume vertheilter Runzelungen der Oberfläche, wie sie für
Asien charakteristisch sind, bietet einer befriedigenden Erklärung so grosse Schwie-
rigkeiten, dass wir vor der hier dargestellten, aus einer grösseren Zahl von Com-
ponenten bestehenden Tektonik nicht zurückzuschreuen brauchen. Wir werden
in Betreff solcher Gegenden, über welche wir eine so lückenhafte Kenntniss besitzen,
gut thun, vorläufig die Thatsachen, welche sich auf die Art der Aneinanderfügung
der Gebirge beziehen, festzustellen und nur die Einzelerscheinungen in so weit zu
erklären, als ihre Entstehung sich unmittelbar durch inductive Schlussfolgerung
ergibt, die Causalbeziehungen des inneren Zusammenhanges im Grossen aber vor-
läufig unerörtert zu lassen.