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0710 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 710 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

so ausgezeichnet sei, dass es die Ungunst der anderen neutralisire. Es scheint,
dass die Regenwahrscheinlichkeit eine grosse ist, wenn die Regen gut eingesetzt,
das Land abgekühlt und eine Vegetationsdecke geschaffen haben; dass dieselbe
hingegen sich auf ein Minimum reducirt, wenn die Frühjahrsregen schwach waren
und die Vegetationsdecke gering ist, indem dann die Erhitzung des Landes durch
die Insolation sich erheblich steigert und die Wolkenbildung beeinträchtigt. Gerade
der Löss braucht gleichmässige Bewässerung, weil der Regen in den Boden dringt.
Erhält sie der in den Boden gelegte Samen nicht zur rechten Zeit, so verdorrt er
vollständig, und die Felder bleiben kahl.
So kommt es, dass im nördlichen Shensi grosser Mangel und grosser Ueber-
fluss mit einander wechseln. Die Abfuhr des letzteren geschieht wegen des kost-
spieligen Landtransportes in geringem Maass, und da die Chinesen Vorräthe nicht
aufzuspeichern pflegen, so schweigen die Bewohner in den guten Jahren und darben
in solchen des Misswachses. Das Jahr 1871 war besonders günstig gewesen. Daher
waren zur Zeit meines Besuches die Preise der Lebensmittel sehr niedrig, und die
Leute ergaben sich dem vollkommensten Wohlleben¹).
Trotz dieses Wechsels hat Shensi aus alter Zeit den Ruf einer Kornkammer
bewahrt, und es scheint früher in der That bessere Verhältnisse geboten zu haben.
In dem Buch Yü-kung nehmen die Felder der Provinz Yung, welche den Haupttheil
des nördlichen Shensi umfasste und sich darüber hinaus nach Westen erstreckte, die
erste der neun Rangstufen ein, welche bezüglich der Qualität der Felder der neun
Provinzen des Reiches von YAU unterschieden wurden. Sie besass einen Boden,
welcher ohne Düngung reiche Ernten gab, und war besonders für die Begründung
der ersten festen Ansiedelungen des aus den centralasiatischen Steppen kommenden
Volkes geeignet. Wir haben es bei der geschichtlichen Uebersicht dargestellt,
wie hier die chinesische Cultur erwuchs, aber nicht mühelos sich entwickelte, da
die ertragreichen Weizenländer das stete Ziel der Einfälle der Nomaden bildeten.
Betrachtet man die grosse Rolle, welche das Thal des Wéi in der Geschichte
gespielt hat, so muss man wol annehmen, dass hier einst ein günstigeres Klima
geherrscht hat als gegenwärtig, und die guten Ernten, welche jetzt die Ausnahme
bilden, die Regel waren. Wir dürfen uns, um die Ursachen der Verschlechterung
des Klima's zu erkennen, nicht vorstellen, dass das Land bewaldet war; denn tiefer
Lössboden ist für Waldwuchs nicht geeignet. Aber jedenfalls gab es Waldflächen
in solchen Gebieten, wo der Boden aus gewachsenem Gestein besteht, oder der
Löss eine Decke von geringer Mächtigkeit bildet. In hoherem Grad musste dies
in Shansi, in Hönan und in den östlich gegen das Meer gelegenen Ländern, ins-
besondere in Shantung, der Fall gewesen sein. Auch werden die Lössregionen, wo
sie noch nicht angebaut waren, eine Grasdecke getragen haben. Dies sind ähnliche,