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0716 China : vol.2
China : vol.2 / Page 716 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000260
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inneren Sz'-tshwan, ausdehnten, hatte es noch die östlichsten Oasen Central-Asiens,
nämlich diejenigen in der Yümönn-Passage, im Besitz¹), und wahrscheinlich war
ein Rest des Culturvolkes noch in einem Theil seiner Stammsitze, nämlich den
Oasen von Khotan, zurückgeblieben²). Durch Bewegungen der Steppenvölker,
welche uns im Einzelnen nicht bekannt sind, wurden alle in Centralasien gelegenen
Regionen, östlich ungefähr bis an die heutige Scheidelinie zwischen Kansu und
Shensi hinan, von der Verbindung mit dem Reich abgeschnitten, und dieses
hatte nun durch eine lange Periode, welche die Regierungszeit mehrerer Dynastien
umfasste, seine Westgrenze noch innerhalb des Strombeckens des Wéi³). Da in
späteren Zeitaltern die gleiche Thatsache des plötzlichen Abschneidens aller west-
lichen Verkehrs- und Macht-Beziehungen sich wiederholt vollzogen hat und jedes-
mal als Folge der Besitznahme der Yumönn-Passage, und zuweilen auch des Thal-
gebietes von Lan-tshóu-fu, durch Steppenvölker eintrat, so dürfen wir die gleiche
Ursache für den gleichen Vorgang in jener frühesten historischen Zeit als wahr-
scheinlich annehmen.
Das untere Wéi-Thal blieb der eigentliche Sitz der politischen Macht und der
Cultur. Hier war das eingewanderte Volk erstarkt, und es mochte zunächst für
seine weitere Entwicklung ein günstiger Umstand sein, dass es sich nach dem Weg-
fall des Westens auf ein Ländergebiet von rein peripherischem Charakter concen-
triren und von hier aus seine Macht ausbreiten konnte. Die unmittelbaren Sitze
der herrschenden Race reichten über den Gelben Fluss hinüber nach dem südlichen
Shansi und zwar bis zu dem Becken von Ping-yang-fu.
Wir haben die barbarischen Stämme erwähnt, welche die Cultursitze in Shansi
umgaben. Andere Stämme wohnten im Süden, Westen und Norden des unteren
Wéi⁴). Diejenigen im Süden waren bedeutungslos; es mag schon früh gelungen
sein, die Bewohner des Tsin-ling-shan zu unterjochen, so weit dies im politischen
Interesse lag oder für den Handelsverkehr erforderlich war. Ich habe oben (S. 564)
darauf hingewiesen, dass hier ein Unterschied im Racentypus bemerkbar ist, in
welchem man den Gegensatz zwischen Autochthonen und chinesischen Colonisten
zu erkennen glaubt. Erstere scheinen eher eine Verwandtschaft mit den Miau-tsze
des Südens als mit den Steppenvölkern zu haben. Schwieriger als sie waren die
turbulenten Stämme im nördlichen Hönan zu bewältigen, doch konnten sie kaum
Gefahren für das Wéi-Thal bringen. Um so mehr drohten diese stets von Westen
und Norden. Nach der ersteren Richtung waren schon die Thäler von Pin am
King-hò, von Fong-tsiang und von Tsin die Stätten, wo Lehensfürsten am leich-
testen Macht gewinnen und zu Rivalen des jeweiligen Kaiserhauses heranwachsen
konnten⁵). Sie verdankten dies der natürlichen Befestigung durch die Löss-