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0725 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 725 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

Nur in Zeiten der Schwäche verlegten sie dieselbe nach Lö-yang, welches
feindlichen Einfällen weniger ausgesetzt und leicht zu vertheidigen war¹). Mit
einzelnen Unterbrechungen blieb Tshang-ngan die Reichshauptstadt während der
Dynastien Tsin, Han, Wei, Sui und Tang. Der Ruf ihres Glanzes verbreitete
sich weit nach Westen. Wir haben zwar in ihr nicht das Sina Sinarium des Ptole-
maeus zu suchen, welches vielmehr Lö-yang war²), wohl aber die Sera metropolis
von Marinus und Ptolemaeus, welche unzweifelhaft die ferne Hauptstadt des grossen
seideproducirenden Landes war³). Ueberhaupt bezieht sich alle Kunde über China,
welche man in dieser Zeit und in den nächsten Jahrhunderten auf dem Landweg
erhält, wesentlich auf das grosse Machtcentrum. Wir finden es unter verschiedenen
Namen, wie Khubdan oder Khumdan bei Nestorianern, Arabern und Persern, und
nach ihnen bei Theophylactus Simocatta⁴), wobei auch Tamghadj oder Tangas
für das Land und seine Hauptstadt vorkommt.
Tshang-ngan war nicht allein das Centrum der politischen Macht. Auch der
Handel musste sich hier concentriren, insbesondere der Seidenhandel. Allerdings
war der Platz fremden Kaufleuten verschlossen. Für diese war ein ferner Aussen-
posten in Kan-tshöu-fu errichtet⁵). Nur vereinzelt sehen wir einige Araber das Land
durchziehen⁶).
In der Mongolenzeit wird die Stadt von fremdländischen Reisenden unter
phonetischen Varianten des Namens King-tshau-fu bezeichnet. Odorich von Porde-
none nennt sie Kausan, Raschideddin Kendjangfu, und bei Marco Polo finden
wir sie unter der Form Quengianfu. Odorich nennt Kausan eine der zwölf Provinzen
des Gross-Khan und sagt, sie sei das zweitbeste und das am meisten bevölkerte
Land der Welt. Ihre Länge betrage 60, und ihre Breite 50 Tagereisen, und wenn
man eine Stadt verlasse, habe man schon die Thore der nächsten in Sicht. Sie
habe Ueberfluss an Nahrungsmitteln, und besonders an Kastanien; auch wachse
dort viel Rhabarber⁷).