国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

> > > >
カラー New!IIIFカラー高解像度 白黒高解像度 PDF   日本語 English
0727 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 727 ページ(白黒高解像度画像)

New!引用情報

doi: 10.20676/00000260
引用形式選択: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR読み取り結果

685

damit ihrer Hauptbeschäftigung, dem Handel und der Verkehrsleitung, nachzu-
gehen, sowie die veränderte sociale Stellung, hatten ihre Wohlhabenheit vernichtet
und ihren Uebermuth gebrochen: sie waren arm und unterwürfig geworden. Ob-
gleich sie schworen, mit den Rebellen nichts zu thun zu haben, bewachte man sie
doch auf das Genaueste. Die Stadt stand wie auf einem Pulverfass. Täglich sah
man der Möglichkeit eines Ausbruches des antagonistischen Elementes entgegen,
und an demselben Tage würden, wie mir die Mandarinen versicherten, sämmtliche
50,000 Glaubensgenossen niedergemacht worden sein. Hsi-ngan-fu ist vor diesem
schrecklichen Ereigniss bewahrt geblieben.

Der Handel war zurückgegangen. Nur unter grossen Gefahren, unter bestän-
diger Vorsicht und auf wenig bekannten Pfaden, konnte ein Verkehr mit Inner-
Asien aufrecht erhalten werden. Die Bedürfnisse der Provinz selbst hatten sich
nahezu in demselben Maass als die Bevölkerungszahl vermindert. In geringerem Grad
war die Productionskraft geschwunden, da die Erzeugnisse der Landwirthschaft
weitaus den ersten Rang einnehmen.

Verkehrswege von Hsi-ngan-fu. — Das ebene Land am Wéi ist von
Fahrstrassen durchzogen. Die Hauptstrasse in östlicher Richtung führt südlich vom
Fluss nach Tung-kwan. Es ist die, auf welcher wir gekommen sind¹). Die Festung
beherrscht den Zugang zu der Strasse nach Hô-nan-fu²), von wo drei grosse Wege
sich trennen, einer über Hwai-king-fu und Wei-hwéi-fu nach Peking, ein zweiter
östlich nach Kai-fông-fu und Shantung, ein dritter südöstlich über Ju-tshôn nach
dem Stromgebiet des Hwai einerseits und dem des unteren Han andererseits³).
So convergiren aus einem weiten östlichen Halbkreis, welcher die Meeresküsten und
das Flussnetz des südöstlichen China umfasst, die Strassen westlich gegen Hô-nan-fu
und sind dann auf ein schwieriges Defilé zusammengedrängt, welches den einzigen
Zugang von Osten nach dem Thal des Wéi gewährt.

Die Wege im Norden des Wéi vereinigen sich östlich am Hwang-hô bei Tai-
tsing-kwan. Wir haben oben⁴) die beiden einzigen grossen Fahrstrassen betrachtet,
welche diese Provinz von der grossen Kniebiegung des Hwang-hô, einerseits gegen
Norden nach den mongolischen Märkten Kwéi-hwa-tshöng und Kalgan, anderer-
seits vermittelst einer von Tai-yuén-fu aus Osten gerichteten Abzweigung nach
Tshönn-ting-fu in Tshili, durchziehen.

Nördlich von der grossen Biegung befinden sich, soweit der Hwang-hô die