国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0730 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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Ilihö oder Kuldja, welche für 8020 li galt, wurde auf 80 Tagereisen berechnet,
wiewohl man in der Regel längere Zeit brauchte um die Strecke zurückzulegen. Ein
Wagen dorthin kostete daher 64 Taels (384 Mark). Dieser unglaublich niedrige
Preis wurde durch die Billigkeit von Futter und Lebensmitteln auf dem ganzen
Weg erklärt. Nur drei Tagereisen vor Hami, welche durch eine Gobi-Strecke,
d. i. durch Sandwüste, führten, wurden als beschwerlich beschrieben. Aber während
Einige mit Schaudern von den Schrecknissen dieser Wüstenfahrt erzählten, waren
Andere mit grosser Leichtigkeit hindurchgekommen. An den Rest der Reise
knüpften sich bei meinen Berichterstattern, ebenso wegen der guten und billigen
Nahrung, als wegen des friedlichen und harmlosen Charakters der Bevölkerung,
angenehme Erinnerungen.
Die sonstigen Notizen, welche ich damals noch mit Eifer über diese unbe-
kannten Gegenden einzog, sind jetzt veraltet, und es wäre nutzlos, sie hier
wiederzugeben. Die Strassen durch Central-Asien werden uns in Bruchstücken
bekannt, die sich bald zu einem vollständigen Bild zusammenfügen werden.
Kühne Forscher, unter denen russische und englische Namen hoch hervorragen,
lehren uns die Plastik der innersten Gebiete des Continentes in ihren Grundzügen
kennen. Die bewunderungswürdigen Bestrebungen eines Klaproth, Humboldt
und Ritter, das geographische Bild dieser zu ihrer Zeit völlig verschlossenen Theile
der Erde aus der mühsamen Vergleichung der Angaben einheimischer Quellen aus
den verschiedensten Zeiten herzustellen, gehören der Geschichte an. Prjewalski's
Reise nach dem Lop-noor hat uns weit mehr sachliche Kenntniss gebracht, als die
scharfsinnigste Zusammenstellung aller Quellen über die Gegend es zu thun vermochte,
und die Entdeckung der Reste von Karakorum macht den geographischen Theil von
Abel Rémusat's gelehrten Forschungen über die Lage dieses Ortes überflüssig. Die
reiche Literatur der Chinesen, Mongolen, Perser und Araber über Central-Asien veraltet
als Quelle für die Geographie; sie behält nur noch historischen Werth und gewinnt im
Gegentheil erst Verständniss durch das Licht, welches die chorographische Unter-
suchung in frischer Unmittelbarkeit auf den Schauplatz ehemaliger Begebnisse wirft.
Einen Theil, gewissermaassen eine frühe, vorbereitende und örtlich beschränkte Reihe
dieser modernen Forschungen haben wir benutzen können, als wir im ersten Band
eine Uebersicht der Entwickelung des Verkehrs und der gegenseitigen Kenntniss der
Völker der östlichen und derjenigen der westasiatischen Cultur darzustellen suchten.
Jede Seite dieser langen Geschichte ist ein Zeugniss für die Bedeutung der Ver-
kehrswege, welche von Hsi-ngan-fu nach Westen und Nordwesten hinaus führen.
Es erscheint überflüssig, hier speciell darauf zurückzukommen.
Hsi-ngan-fu als Kreuzungspunkt der Verkehrswege. — Fassen wir
die vorstehenden Betrachtungen kurz zusammen, so sehen wir, dass Hsi-ngan-fu dort
liegt, wo eine grosse, am besten durch die Pegolotti'sche Handelsstrasse bezeichnete
Verkehrslinie vom südöstlichen China nach Central-Asien und Europa sich mit einer
anderen schneidet, welche von Tibet, Yünnan und Sz'-tshwan nach Peking gerichtet
ist. Auf der ersteren gehen die werthvollsten Producte des Südostens, Thee und
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