国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
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| 0735 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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Ueberwindung des zähesten Widerstandes, zu einem Einströmen materieller Elemente
der europäischen Cultur in den äussersten Osten der Alten Welt. Ist auch die
geistige Cultur China's ein unübersteigliches Bollwerk, welches die Assimilation
zwischen Orient und Occident wahrscheinlich für immer unmöglich machen wird,
so befindet sich doch das Reich des fernen Ostens an der Schwelle einer Phase
grosserer innerer Umgestaltung als es jemals vorher erfahren hat.
Nur insofern diese neue Cultur zu der Entwickelung der materiellen Hilfsquellen
des Landes führen wird, kann sie bestimmend für die Anlage des transcontinentalen Schienenweges wirken. Was China dem letzteren gegenwärtig bieten kann,
dürfte für sich allein nicht hinreichend sein um ihn in's Leben zu rufen. Denn der Bedarf
dieses Landes an den in unbegrenzter Menge dargebotenen europäischen Producten
ist im Verhältniss zu einer so grossen Unternehmung unbedeutend, und die westlichen
Länder beziehen von dort wesentlich solche Waaren, welche im Vergleich zu ihrem
Werth wenig Raum in Anspruch nehmen und geringes Gewicht haben. Allerdings haben
ähnliche Verhältnisse bei den zwar weniger bedeutenden, aber doch auch grossartigen
Schienenverbindungen obgewaltet, welche die Vereinigten Staaten zwischen der Ost-
und Westküste ihres Ländergebietes hergestellt haben. Denn hier steht dem stark pro-
ducirenden und consumirenden Osten der nicht nur in diesen beiden Functionen, sondern
auch in Hinsicht auf Bevölkerungszahl weit untergeordnete Westen gegenüber. Von
diesen Gesichtspunkten betrachtet standen die Grundlagen erheblich hinter denen zu-
rück, auf welche ein chinesisch-europäisches Eisenbahnproject sich stützen könnte, wenn
nur die Handelsstatistik der Gegenwart maassgebend wäre. Allein in Nord-America
konnten die Kosten des Unternehmens wenigstens zum Theil durch den Werth der
an den Schienenweg grenzenden Ländereien gedeckt werden, welche der Staat zur
Hälfte den Erbauern schenkte. Es konnte also gewissermaassen der Boden selbst eine
kostenfreie Eisenbahn erlauben lassen, und wie von selbst entstehen neue
transcontinentale Linien, indem jede, auch bei geringem Verkehr, ihren Erbauern
unmittelbar einen die Kosten zum grossen Theil compensirenden Gewinn bringt.
Derartige Erleichterungen sind in Inner-Asien nicht geboten. Es entfällt also hier
ein wesentliches und ausserordentlich wirksames Moment, welches dort vorhanden
ist. Bei der transasiatischen Eisenbahn kommt es, abgesehen von strategischen
Rücksichten, denen von Staats wegen Opfer gebracht werden können, ausschliess-
lich darauf an, was die beiden mit einander zu verbindenden Ländergebiete einander
für materielle Vortheile gewähren, und in wie weit die zwischengelegenen Gegen-
den theils selbst gewinnen, theils Gewinn bringen können.
Materielle Grundlagen einer transcontinentalen Eisenbahnver-
bindung. — Gegenwärtig sind Thee und Seide die Hauptproducte, welche
China auf den Weltmarkt bringt. Sie sind Bedürfnisse geworden, deren die civi-
lisirte Welt des Westens nicht mehr entbehren kann. Ihre Productionsgebiete haben
sich zwar über die Grenzen ihres Stammlandes, China, hinaus erweitert; aber den-
noch erscheint dieses als der geeignetste und ausdehnungsfähigste Boden für die
Massenerzeugung dieser hervorragenden Handelsgegenstände. Da beide im süd-
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