National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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lichen China gewonnen und auf dem Netz der Wasserwege leicht und billig nach den
Hafenplätzen geschafft werden können, so ist der Seeweg am zweckmässigsten für
ihren Export nach Europa. Allein China birgt andere Schätze für den Welt-
markt, welche ihrer Hebung warten. Der bedeutendste unter ihnen ist die uner-
messlich grosse, überaus billige und intelligente menschliche Arbeitskraft.
Ein kleiner Theil des Ueberschusses aus dem unerschöpflichen Vorrathshaus ist
bereits ein wichtiger Factor für die Hebung der Productionskraft der Erde gewor-
den, indem er in Siam, Birma, grossen Theilen von Indonesien, Australien und
America Verwendung findet, und unberechenbare Folgen werden sich eventuell
aus der Leitung des mächtigen und nicht mehr zu hemmenden Stromes der über-
schwellenden Massen nach Africa ergeben; denn unter allen Racen ist die chine-
sische die einzige, welche unter allen Klimaten, dem kältesten wie dem heissesten,
einer grossen und dauernden Arbeitsleistung fähig ist.
Diese extraterritoriale Verwerthung kommt hier nicht in Betracht. Sie hat
bereits eine vortreffliche, die Frage nach allen Seiten erörternde Darstellung gefun-
den¹). Für uns handelt es sich in erster Linie um die Verwendung der Arbeits-
kraft im Lande selbst. Das mechanische Talent des Chinesen macht es ihm leicht,
auf allen Gebieten der technischen Industrie die ihm gelehrten Handgriffe mit
Geschicklichkeit auszuführen. Zähe Ausdauer und äusserste Geduld unterstützen
dabei sein Aneignungstalent ebenso, wie das aus seiner Nüchternheit und Bedürf-
nisslosigkeit entspringende Gefühl vollkommener Befriedigung, wenn er sein Leben
lang unter stets gleichen Bedingungen Tag für Tag die gleiche Manipulation ausführt.
Er erfüllt am vollkommensten das Ideal einer menschlichen Arbeitsmaschine, nicht
allein weil er gleichförmig wie eine Maschine, sondern auch weil er zugleich
intelligent arbeitet. Es lässt sich nicht absehen, wie viele Gebiete der für den
Weltmarkt wichtigen Industrien nach und nach von dieser jetzt noch gewissermaassen
in latentem Zustand befindlichen Arbeitskraft Gebrauch machen und ihren Sitz auf
chinesischem Boden nehmen werden. Die Bewohner selbst werden voraussichtlich
die Initiative dazu in wenigen Fällen ergreifen; aber fremdes Capital wird nicht ver-
fehlen, die Gelegenheit zur billigen Herstellung von Manufacturen für den Weltmarkt
zu benutzen.
Für eine grosse Klasse derselben lässt sich schon jetzt die zukünftige Bedeu-
tung China's erkennen. Sie umfasst diejenigen Industrien, welche auf einer zweiten
unerschöpflichen Hilfsquelle des Landes, nämlich seinen reichen Steinkohlen-
feldern, beruhen werden. Wir hatten Gelegenheit, eine Anzahl der letzteren, und
darunter das wichtigste von allen, nämlich das grosse Anthracitfeld von Shansi,
kennen zu lernen²). Die gegenwärtige Ausbeutung der Lagerstätten ist an sich
nicht unbedeutend, und sie ist für die holzarmen Länder des Nordens seit vielen
Jahrhunderten, vielleicht seit Jahrtausenden, von erheblichem Nutzen gewesen. Aber
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