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0738 China : vol.2
China : vol.2 / Page 738 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000260
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Die Fortführung von diesen Punkten nach Central-Asien würde strategisch von
Wichtigkeit sein, commerciell aber wahrscheinlich nicht hinreichenden Vortheil
bieten, und es würden sich kaum die Capitalisten finden, welche den Bau eines
Schienenweges in das heutige China unternehmen würden.

Entwickelung eines Eisenbahnnetzes in China. — Auch von China
aus müssen erst die Schienenwege nach Westen hin wachsen, ehe an eine trans-
continentale Fortsetzung zu denken ist. Noch besteht keine Eisenbahn in China,
nachdem diejenige von Shanghai nach Wu-sung zerstört worden ist. Aber der
Anfang der fortschrittlichen Bewegung ist, wie mit wachsender Sicherheit ange-
nommen werden darf, nicht fern. Er wird in dem Bedürfniss, Tien-tsin mit Peking
und die Gruben von Kai-ping mit Tien-tsin zu verbinden, gegeben sein, und der
nächste Schritt dürfte die Verbindung der Hauptstadt mit einem im Winter eisfreien
Hafen sein, wie wir schon an einer anderen Stelle ausgeführt haben¹). Die Vor-
urtheile gegen Neuerungen sind in dem Reich der Mitte sehr stark; aber hat man
einmal damit gebrochen, so können sie als überwunden gelten. Betreffs der Tele-
graphenlinien hat sich der Uebergang von hartnäckigem Sträuben zu der Einführung
derselben schnell vollzogen. Ein Gleiches steht hinsichtlich der Eisenbahnen bevor.
Ausser dem Kampf gegen den Aberglauben der Störung der als Fûng-shui bezeich-
neten Geister gilt es hier, dieselbe Befürchtung vor wirthschaftlichen Calamitaten
zu überwinden, welche zur Zeit der Einführung der Eisenbahnen in Europa ausge-
sprochen wurde. Wie es hier der Fall gewesen ist, so wird auch in China die
Erfahrung ein schneller Lehrmeister sein. Die Zahl derjenigen, welche ihren
Lebensunterhalt durch den Frachtverkehr auf den grossen Strassen erwerben, ist
ausserordentlich gross, und vollkommen erklärlich ist daher die Besorgniss der
Regierung, dass grosse Zahlen von Menschen erwerbsunfähig werden würden. Nur
die thatsächliche Erfahrung kann es als ein Ergebniss der Anlage von Eisenbahnen
erweisen, dass nicht allein die früheren Frachtbeförderer ihre Beschäftigung nicht ver-
lieren, sondern dass durch die Schaffung zahlreicher neuer Absatzpunkte entlang
den eisernen Linien der Localverkehr eine Steigerung erfährt, welche für diesen
Erwerbszweig eine grössere Menge von Personen erforderlich macht, als ihm vorher
zugewandt waren. Dieser Vortheil gilt nicht für die Schiffahrt, und doch ist die
gleiche und in diesem Fall vollkommen gerechtfertigte Befürchtung, dass durch
Einführung der Dampfschiffahrt Hunderttausende, die sich mit dem Verkehr auf
kleinen Fahrzeugen beschäftigten, ihren Erwerb verlieren, nicht mächtig
genug gewesen um die staatliche Begünstigung der Dampfschiffahrt zu verhindern,