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0741 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 741 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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fuhrung erfahren werden, jedenfalls kann es nicht ausbleiben, dass von dem
Augenblick an, in welchem die Anlage von Eisenbahnen in China fortzuschrei-
ten beginnt, die Verbindung der ersten, die Grosse Ebene durchschneidenden
Linien mit Hsi-ngan-fu als ein Hauptziel der weiteren Entwickelung angestrebt
werden wird.

Natürliche Entwickelung zwischen Semipalatinsk und Hsi-ngan-
fu. — Das Gegeneinanderwachsen der Eisenbahnnetze in den beiden grossen, mit
einander zu verbindenden Ländergebieten, von Westen her gegen Semipalatinsk
und von Osten her gegen Hsi-ngan-fu, welches wir als Hauptbedingung des trans-
continentalen Schienenweges dargestellt haben, ist nach unseren Erörterungen der
mit Nothwendigkeit vorgeschriebene Gang der Entwickelung. Aber so wichtig
auch beide Orte als Handelsstationen sein oder werden mögen, niemals werden sie
die Endpunkte der Schienencommunicationen von Westen und Osten her bilden.
Die physischen Verhältnisse der weiten Einsenkungen am oberen Irtysch und
Uliüngur, und dann weiter am Südrand der dsungarischen Mulde hin, sind so
einfach¹), als dass Russland nicht in dieser Richtung die zur Beherrschung eines
grossen Theiles von Central-Asien überaus wichtige Strasse bis Urumtsi oder
Barkul mit Schienen belegen sollte; denn dies würde die politische Unterjochung
und commercielle Ausnutzung des ganzen Landes zwischen Tïen-shan und Altai
zur unmittelbaren Folge haben. China hingegen kann mit Hsi-ngan-fu nicht ab-
schliessen. Der Schlüssel zur Beherrschung von Central-Asien ist, wie sich in der
historischen Uebersicht wiederholt gezeigt hat, die Yümönn-Passage mit ihren
Städten Liang-tshóu-fu, Kan-tshóu-fu und Su-tshóu und ihrem Abschluss an dem
Mauerthor Kia-yü-kwan²).

So sind von beiden Seiten her, von Westen wie von Osten, die natürlichen
und in allen geschichtlichen Zeiten eingeschlagenen Hauptwege des Verkehrs
zugleich die wichtigsten strategischen Linien. Gegen einander gerichtet, können
sie nur streben, sich zu verbinden. Die östliche Linie verlängert sich naturgemass
gegen die werthvolle Oase Sha-tshóu und von dort aus nach Hami. Genaue Unter-
suchungen müssen lehren, an welcher Stelle die Ueberschreitung des Tïen-shan
am zweckmässigsten stattfinden wird. Auch hier wird vielleicht die Linie den
ältesten Bewegungen des Handels und der Völker folgen und von Turfan nach
Urumtsi gehen, wenn nicht weiter östlich ein bequemerer Uebergang gefunden
werden sollte.

Sollte es China gelingen, im steten Grenzkampf mit Russland die Herrschaft
über die Länder im Süden des Tïen-shan zu halten, so würde es seine Hauptstütze
gegen diese Macht in der Eisenbahnlinie Hami-Barkul haben. Ohne die drohende
Stellung jener Macht würde die Schienenverbindung von Peking nach dem Thor
Kia-yü-kwan und der Stadt Sha-tshóu genügen, um das gesammte Tarym-Becken