National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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pflanzen, in seinem oberen Theil. Der allgemein verbreitete und nach oben, sowie
in den einzelnen Kalkbänken, zunehmende Bitumengehalt dürfte mit der Bildung
auf einem flachen, an organischem Leben reichen Meeresböden zusammenhängen.
Der Anfang und der grössere Theil der Kohlenkalkperiode waren durch einen
allmäligen Rückzug des Meeres bezeichnet; denn selbst in der Nähe der damals
bestehenden Küsten fehlen aus dieser Zeit klastische Ablagerungen, wie sie das
Vordringen des Meeres schafft. Erst gegen das Ende hin hörte der constante
Rückzug auf, und es trat, ehe die gegentheilige Bewegung constant einsetzte, jenes
durch eine lange Periode fortgesetzte Oscilliren ein, welches durch den Wechsel
schlammiger Schichten mit Landpflanzen und kalkiger Bänke mit Meeresthieren
bezeichnet wird. Es fand also in dem gesammten Areal, nachdem der Kohlen-
kalk die Ungleichheiten seiner Unterlage grösstentheils ausgeebnet hatte, ein Wechsel
zwischen seichter Meeresbedeckung und flachem Emporragen einzelner Theile über
das Meer statt. Die Schwankung des Niveaus erreichte in verschiedenen Theilen
des grossen Gebietes einen verschiedenen Betrag. Es scheint, dass weite Regionen
zeitweise als ausserordentlich flache Inseln aufragten und einer Zerstörung durch
atmosphärische Agentien unterlagen. An solchen Stellen wurde der Kalkstein auf-
gelöst, und seine thonigen Bestandtheile blieben als feiner Töpferthon zurück.
Wir lernten die Spuren dieses Vorganges bei Po-shan-hsien in Shantung¹) und in
den Districten von Fong-tai²) und Lö-ping³) in Shansi kennen. Dort sind die
dolomitischen Kalksteine an ihrer oberen Grenze ausgewittert und mit grossen Hohl-
räumen besetzt, welche mit Thon und Eisenerzen gefüllt sind, ganz in der Art,
wie wir jetzt das Residuum des ausgewitterten Kalksteins im europäischen Karst
oder in Missouri finden. Dass dies an jenen Stellen kein Resultat einer Verwit-
terung aus einer späteren Periode ist, sondern die Zerstörung und Anhäufung der
unlöslichen Bestandtheile in der Steinkohlenperiode selbst geschah, wird dadurch
erwiesen, dass die weiterhin folgenden, theils klastischen, theils kalkigen Sedimente
jene ausgefressenen und ausgefüllten Hohlräume in regelmässiger Schichtung über-
lagern. Dadurch wurden Thon und Eisenerze, die in so eigenthümlicher Verbrei-
tung auftreten, für die Ausbeutung in unsrer Zeit aufgespeichert und aufbewahrt.
Derselbe Vorgang dürfte manchen ähnlichen Vorkommen in anderen Ländern zu
Grunde liegen.
Wenn mit den Oscillationen der Niveauverhältnisse zwischen Land und Meer
eine Periode des langsamen Rückzugs des Meeres oder des Aufsteigens des Landes
endete, so begann schon während der Zeit der Schwankungen die entgegengesetzte
Bewegung vorzuherrschen, um dann schliesslich allein fortzusetzen. Das Erstere
wird durch die wahrscheinlich in Intervallen geschehene Anhäufung der feinerdig
klastischen Sedimente und die Einschaltung und Erhaltung der Kohlenfloze über-
haupt erwiesen; in noch höherem Grad geht es aus der Ablagerung von Sand-
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