National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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der postcarbonischen Faltungen noch eine laterale Kraftwirkung fortdauerte, und
die Plasticität der Erdrinde hinreichend war um ihr nachzugeben, haben die meisten
Theile des südlichen China in dieser Periode schon den Charakter einer starren
Scholle, indem die mesozoischen rothen Sandsteine völlig horizontal lagern.
Nachdem um die Mitte des mesozoischen Zeitalters das Meer sich auch von
dem Boden des südlichen China vollkommen und endgültig zurückgezogen hatte,
fanden bedeutende Verticalverschiebungen einzelner Theile gegen einander statt. Wir
werden die rothen Sandsteine an mehreren Stellen nur wenig über dem jetzigen
Meeresniveau, an anderen 6 bis 8000 Fuss darüber finden. Durch vergleichende
Betrachtung, welche uns in die Nachbarländer hinüberführen wird, wird es sich ergeben,
dass diese Verschiebungen nicht auf eine einzige Epoche grosser tektonischer Bewe-
gungen zurückzuführen sind, sondern zum Theil in eine verhältnissmässig frühe, zum
Theil in eine späte Zeit fallen. Die Erosion der Flüsse gibt dafür einen wichtigen
Anhalt.
b) Im Norden knüpfen sich die zeitlich wenigstens relativ bestimmbaren tek-
tonischen Vorgänge an den Ausbruch porphyrischer Gesteine. Sie setzen mit
ihren mächtigen Ablagerungen von Breccien und geschichteten Tuffen den Sedi-
mentbildungen bei Tshai-tang¹) und bei Pan-ngan-tshóu im Nördlichen Tshili
ein Ende²). Wahrscheinlich haben sie eine erhebliche Verbreitung. Herr v. Möl-
lendorff fand eine ganze Gruppe von Bergen, welche Höhen bis über 2000 Meter
erreichen und ungefähr 30 Meilen nordöstlich von Hsüen-hwa-fu liegen, aus Por-
phyren zusammengesetzt³). Aus denselben Gesteinen bestehen der hohe Pai-kon-
shan und andere Berge bei Tshai-tang. Der Zeit ihrer Ausbrüche gehört wesentlich
die antikline Krümmung der zwischen dem Nankóu-Gebirge und dem Hong-shan
eingeschlossenen, vom Carbon bis zum Jura reichenden Schichtmassen an. Dies ist
ein so bedeutendes tektonisches Ereigniss, dass es nicht isolirt sein kann, sondern
auf weiter ausgedehnte Vorgänge der Bruchbildung und Verwerfung schliessen lässt.
Bei Pan-ngan-tshóu ist den Ausbrüchen eine erhebliche Störung vorangegangen,
indem die Porphyre mit ihren Tuffen den kohlenführenden Schichten ungleichförmig
aufgelagert sind, und diese steil einfallen. Wahrscheinlich hängt sie mit der Bildung
der Querspalte zusammen, in welcher die Strasse nach Kalgan führt⁴). Auch scheint
die Hauptphase der Entstehung der Verwerfungsspalte von Ta-tung-fu derselben Zeit
anzugehören⁵). Wie bei dem Blick auf die Verhältnisse von Tshai-tang, müssen
wir auch hier den Schluss ziehen, dass so heftige Vorgänge nicht isolirt gewesen
sein können.
Es wird sich vermuthlich durch eingehende Untersuchung der Schichtgebilde
in den inneren Thälern von Liau-hsi festsetzen lassen, ob die hohen zackigen
Porphyrgebirge, welche dort theils, wie bei Shan-hai-kwan⁶), und am Mi-mi-shan⁷),
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