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0788 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 788 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

Es muss daher in der Steppenperiode entweder eine Continentalausbreitung nach
Osten bestanden, oder eine Gebirgsbarrière sich im Südosten aufgethürmt haben,
von welcher Ost-Shantung und Liautung einen Theil bildeten. Die erstere An-
nahme allein würde nicht hinreichend sein, denn über nicht gebirgige Flächen
hätten die Seewinde noch hinreichende Feuchtigkeit geführt, um bedeutende Nie-
derschläge in den gebirgigeren Gegenden zu veranlassen; die tiefen Kalksteinschluchten
der Ostgehänge von Shansi hätten nicht als völlig trockene Rinnsale mit Lossstaub
zugeweht werden können.

Es bleibt also nur die Annahme einer Gebirgsbarrière übrig. Wenn man der
Vorstellung Raum geben dürfte, dass das Hwai-Gebirge noch in der Steppen-
periode höher aufragte, und ein zweiter Kwenlun-artiger Wall sich vom unteren
Yangtsze nach der Ostseite des Liau-Thales ausdehnte, so würden damit die Be-
dingungen für ein trockenes Klima gegeben sein; es hätte aber, wie im Inneren
des südlichen Arabien, nur Wüstenbildung stattfinden können. Dagegen würde
ein geringerer Gebirgsabschluss jenen klimatischen Zwischenzustand hervorgerufen
haben, wie ihn die Existenz von Grassteppen bei mangelndem oder geringem Was-
serabfluss erfordert. In der That fehlt es nicht an Anzeichen, dass wenigstens
ein Theil der im Südosten des vormaligen Steppengebietes vorhandenen Gebirge
in einer kurz vergangenen Zeit höher als jetzt aufgeragt haben.

Ein negatives Argument dafür besteht in dem Mangel jeglichen Anzeichens
einer vormals tieferen Versenkung jener Gebirge. Nirgends sind Einhüllungen der-
selben durch jüngere Meeresablagerungen bekannt. Dass die Gebirge stets ein con-
stantes Niveau in Beziehung zum Meer gehabt haben, kann nicht vorausgesetzt
werden, und es bleibt daher nur die Annahme übrig, dass sie vormals höher auf-
geragt und sich seitdem herabgesenkt haben. An der ganzen Südostküste China's,
von Ningpo an, sind die Anzeichen recenter Senkung deutlich. Im Norden hin-
gegen scheint das Meer, wenn auch äusserst wenig, zurückzutreten. Da es aber
nirgends Spuren seiner Anwesenheit höher als wenige Meter über seinem jetzigen
Niveau hinterlassen hat, so können wir annehmen, dass dieses Zurücktreten nur
eine vorübergehende Episode ist, und auch hier die Versenkung des Landes, viel-
leicht seit langen Perioden, die vorherrschende Art der Bewegung gewesen ist.

Positivere Beweise geben die Formen der Gebirge. Wir werden im nächsten
Band ausführlicher darzustellen haben, wie die Unterläufe der Flüsse im Südosten
des unteren Yangtsze (und in noch höherem Grad weiter nach Süden hinab an
der Küste) so gestaltet sind, dass ihre Erosionsbetten tief unter dem Niveau liegen,
in welchem sie gegenwärtig fliessen. Sie können dieselben mithin nur in einer
Zeit gegraben haben, als das Meer einen erheblich tieferen Stand im Verhältniss
zum Niveau des Festlandes hatte. Wir werden sehen, wie die ausgezackte Gestalt
der Küste, mit ihren Inseln, in engem Zusammenhang mit dieser Erscheinung steht.
Die Abrasion durch die Brandungswelle ist hier im Vorschreiten begriffen. Ihren
Wirkungen während der letztvergangeneu Perioden mag zum Theil die geringe
Tiefe des mit Detritus bedeckten Meeresbodens zwischen dem inselreichen Archipel,