国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0791 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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haben. Die Ursache des gänzlichen Fehlens von Gletscherspuren liegt
nicht allein in der Trockenheit, da die Südabhänge des östlichen Kwenlun
von dieser nicht mit betroffen waren, sondern auch in dem Mangel an Winter-
regen. Es ist dieselbe Ursache, welche heute die Gletscherbildung nur in den
höchsten Gipfelketten gestattet¹).
Schwieriger als das bisher behandelte Problem ist es, die Ursache und die
Zeit des Eintrittes der Erosionsperiode und ihres Ueberganges in
die Steppenperiode zu bestimmen.
Die Arbeit des fliessenden Wassers in der Erosionsperiode sollte sich theils
aus der Tiefe und Weite der in ihr geschehenen Auswaschungen, theils aus der
Masse des fortgeführten und wieder abgelagerten Zerstörungsmaterials beurtheilen
lassen. Für beiderlei Arbeit jedoch fehlt uns der Maassstab. Das heutige System
der Abzugscanäle des Wassers entspricht zwar im Wesentlichen demjenigen, welches
vor der Steppenperiode bestand. Allein es ist das Werk der ganzen Zeit, welche
seit der Trockenlegung des nördlichen China bis zu dieser Periode verflossen war.
Da nun, wie wir es wahrscheinlich zu machen suchten, mehrfach Abschnitte trockenen
und feuchten Klima's gewechselt hatten, und da mit Sicherheit grosse tektonische
Bewegungen in ihr geschehen waren, so wird ein Theil der Erosionscanäle aus der
ältesten Zeit stammen und durch nachherige Vorgänge hinsichtlich der Richtung
wenig beeinflusst worden sein, während jede Epoche tektonischer Aenderungen bei
anderen Erosionscanälen in der Richtung veranlasste und daneben
eine Anzahl neuer Abzugsfurchen entstehen liess. Insbesondere musste das letzte
grosse gestaltende Ereigniss, die Bildung des Einbruchsfeldes der Grossen Ebene,
geschehen sein, ehe die letzte Ausgestaltung des Erosionsnetzes vor sich gehen
konnte. Dieser Schlussperiode der grossen Auswaschungen, von der wir hier allein
reden, werden wir die Bildung der tiefen Erosionsfurchen zuzuschreiben haben,
welche in die hohen Staffeln am Ostabfall des Plateau's von Shansi eingeschnitten
sind. Der häufige Wechsel von steilerem und geringerem Gefäll zeigt zwar, dass
sie unvollkommen ausgenagt sind; aber doch muss hier nach der Bildung des
grossen Einbruchbeckens das Wasser eine geraume Zeit gearbeitet haben, ehe in
der letzten Steppenperiode der Fortgang des Werkes durch das Versiegen der
Flüsse unmöglich gemacht wurde.
Spuren der Fortschaffung und Ablagerung von Zerstörungsproducten in einer
jugendlichen Zeitperiode haben wir an mehreren Stellen kennen gelernt; doch ver-
mag ich nicht in allen Fällen die Unterscheidung des gerollten Schuttes, welcher
durch in Canälen fliessendes Wasser abgelagert wurde, und der in der Steppen-
periode durch gelegentliche Regengüsse von den Gehängen herabgespülten Gebirgs-
trümmermassen durchzuführen. Im Allgemeinen sollten am Fuss der Gebirge die
ersteren durch die letzteren überlagert werden, dagegen in grösserer Entfernung von
ihnen die ersteren allein vertreten sein. Die Schuttmassen am Nord- und West-
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