National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Allem wurde der leicht zerstörbare Löss in ungeheuren Massen auf dieselbe herab-
geschwemmt. Man könnte zu der Annahme geneigt sein, dass der Löss, soweit
er sich im Bereich der Grossen Ebene findet, dieser Zufuhr aus den Gebirgsländern
seine Entstehung verdanke, dass er also nicht selbst ein Steppengebilde, sondern durch
weite Ueberschwemmungen über die Ebene ausgebreitet worden sei und seine Verti-
calstructur durch die tiefgehenden Wurzeln einer die Sumpfländer bedeckenden
Schilfvegetation erhalten habe; dass er also als ein gewissermaassen regenerirter
Löss zu betrachten sei. Indess spricht Vieles gegen eine derartige Anschauung.
Zunächst können als Gegenbeweise die Art des Vorkommens der Bodenart in Shan-
tung und in der Gegend von Nanking, der Mangel jeder Spur einer Saigerung der
Bestandtheile, sowie das Auftreten zahlloser Landschnecken gelten. Obgleich es
eines anderen Argumentes kaum bedarf, können wir als solches doch noch das
Auftreten des Löss auf der Höhe der beiden eben erwähnten Berge Fang-shan und
Tshang-shan anführen. Im Uebrigen verweise ich auf die Betrachtungen, zu welchen
uns die Beschreibung der Ebene von Peking Anlass gab¹).
Die ausserordentlich sedimentreichen Ströme, welche sich über die mit Step-
penboden bedeckte Fläche ergossen, sind dieselben, welche jetzt auf sie hinab-
fliessen, vor Allem der Hwang-hô, der Hwai mit seinen Zuflüssen, der Tshang-hô,
der Hu-to-hô, der Hun-hô und der Pai-hô. Das Meer war im Anfang weiter von
dem Nord- und Westrand der Ebene entfernt als gegenwärtig. Denn die Barrièren,
welche das Steppenklima veranlasst hatten, sanken nur allmälig hinab, und ver-
schafften erst nach und nach den feuchten Winden mehr Zugang. Um die Küste
zu erreichen, hatten die Flüsse weite Striche des Steppenbodens zu durchziehen.
Bei der geringen Gesammtneigung der Ebene mochten sie sich breite Betten aus-
waschen, und wahrscheinlich bildeten sich in den der Steppe stets eigenthümlichen
Bodensenkungen grosse stagnirende Wasseransammlungen. Wenn wir den Hwang-hô,
als den wichtigsten Fluss, näher betrachten, so fand er an der Stelle, wo er aus
dem Gebirge tritt, seinen früher während des Erosionsklima's gebildeten, äusserst
flachen Schuttkegel mit Steppenboden bedeckt. Indem er sich nun in diesem,
gleichzeitig mit seinem langsamen Anwachsen nach oben, gegen die Quellgebiete
hin, radiale Canäle nach abwärts grub, mochte er wesentlich alten Richtungen folgen.
Dieselben waren wahrscheinlich in der Hauptsache nach Nordost gerichtet; denn mit
Ausnahme eines südlichen Abflusses nach dem Becken des Hwai musste der Weg
nach Südosten hin versperrt sein, indem dort der Boden gegen jene Terrasse hin
anstieg, für deren Existenz wir soeben die durch den Fang-shan und Tshang-shan
gegebenen Beweise erwähnten. Die Gewässer des Hwai, welche wahrscheinlich
dort, wo sie sich jetzt radienförmig vereinigen, einen grossen flachen See bildeten,
mussten ihren Abfluss durch diese Terrasse nehmen und haben sich dann im Lauf der
Zeit einen breiteren und tieferen Ausweg gegraben²). Auch die Gewässer von
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