National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Shantung werden an der Zerstörung jener Anschwellung gearbeitet und einen Theil
des späteren südöstlichen Laufes des Gelben Flusses vorbereitet haben.
Den Flüssen arbeitete ein anderer Factor entgegen. Dies war das allmälige
Vordringen des Meeres. Denn da dasselbe gegenwärtig von den nördlichen Küsten
von China zurücktritt, und zwar nicht blos in Folge von Einschwemmung, sondern auch
in Folge wirklicher Niveauveränderung, so muss es in einer kurz vergangenen Zeit
etwas höher als gegenwärtig im Verhältniss zur Ebene gestanden haben. Am Ende
der Steppenperiode hingegen war es noch weit von den jetzigen Küsten entfernt,
und es muss daher langsam gegen den Lauf der Flüsse vorgedrungen sein. So
weit es reichte, muss es den Löss zerstört haben; denn dieser kann auch der leich-
testen Brandungswelle keinen Widerstand leisten. Der allgemeine Verlauf der
maritimen Grenze des Löss wird somit, insoweit nicht Flüsse einen Antheil bei ihrer
Gestaltung gehabt haben, einen geeigneten Anhalt geben, um den höchsten Stand
zu bestimmen, welchen das Meer nach der Steppenperiode erreicht hat. Es dürften
ihm, ausser der Abschwemmung des Löss, auch noch einige andere Wirkungen zuge-
schrieben werden. Dahin gehört die Ausnagung der südöstlichen Anschwellung
des Schwemmlandes, wie sie sich z. B. in der Isolirung des Fang-shan-Kegels
kund gibt. Insbesondere dürfte die Gestaltung des Ostabfalls der Terrasse, von
Yang-tshöu-fu bis Su-tsien-haien, ein Werk des Meeres sein. Auch für die Model-
lirung der Gestade von Shantung, Liautung und Liau-hsi ist dieses letzte Ein-
greifen der Brandungswelle wahrscheinlich nicht ohne Einfluss gewesen.
Die Sedimente, welche jetzt den Boden des Gelben Meeres erfüllen und, von
der maritimen Grenze des Löss an, die fortdauernd sich vorschiebenden flachen
Küstenlandschaften zusammensetzen, sind, nach dieser Darstellung, in Regionen
abgelagert, welche vormals von Steppenboden bedeckt waren und dann durch das
Meer von demselben entblösst wurden. Sie sind während der seitdem geschehenen,
langsamen und geringen Hebung des Landes von den Flüssen im Verein mit dem
Meer gebildet worden. Der sandige und der thonige Bestandtheil des Löss sind die
Hauptbestandtheile. Indem der Hwang-hô durch lange Zeit seinen Lauf an den
Abfällen von Shansi entlang nahm und bei Tientsin mündete, hat er die grössten
Massen des Sandes, die ihm durch die unmittelbar aus dem Gebirge kommenden
Zuflüsse zugeführt wurde, im Norden abgelagert. Die östlich gerichteten Canäle
scheinen den Sand beinahe gänzlich in den oberen Regionen zurückgelassen und
wesentlich thonige Massen in die tieferen Gegenden und nach dem Meer gebracht
zu haben.
Wenn wir die Betrachtungen der letzten Abschnitte zusammenfassen, so führen
sie uns zu den nachstehenden Schlussfolgerungen:
Seitdem das nördliche China dem Asiatischen Continent als Festland angefügt
worden ist, haben die Bedingungen eines continentalen Steppenklima's und eines
peripherischen Erosionsklima's mehrfach mit einander gewechselt; erstere walteten im
Anfang allein und sind später wahrscheinlich im Allgemeinen vorherrschend gewesen.
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