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0802 China : vol.2
China : vol.2 / Page 802 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000260
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Säculare Verwitterung und Lössbildung. — Wenn auch die Löss-
bildung beständig und unter unseren Augen in solcher Weise vor sich geht, dass
die Ansammlung sehr mächtiger Massen der Bodenart in Steppenländern nur als
eine Frage der Dauer der Niederschlagsperiode erscheint, und wenn auch für die
Erklärung der Anhäufung derartiger Niederschläge in den nordchinesischen Löss-
gebieten lange Zeiträume zur Verfügung stehen, so ist es doch auf Grund unserer
gangbaren Anschauungen nicht leicht, eine ausreichende Quelle für die Bedeckung
grosser Theile von Asien mit den feinerdigsten Producten aolischer Umlagerung zu
finden. Allerdings haben während jener Zeiträume des Niederschlags die chemische
Zersetzung an exponirten Gesteinsflächen, die Loslösung von Trümmern und ihre
mechanische Zerreibung durch Eis und fliessendes Wasser fortdauernd auf dem
ganzen Areal des Asiatischen Continentes gewirkt, und atmosphärische Strömungen
sind stets bestrebt gewesen das feinerdigste Material hinwegzutragen. Aber in
peripherischen Ländern wird dasselbe grösstentheils vom Wasser fortgeführt, so
dass nur wenig für äolischen Transport und Niederschlag übrig bleibt, und in
Centralgebieten schreitet die Zerstörung des Gesteins verhältnissmässig langsam vor.
Nur in den zu grosser Meereshöhe aus ihnen aufragenden Gebirgen wird Gletscher-
schlamm gebildet, welcher, ebenso wie andere vom Wasser fortgetragene und in
austrocknenden Becken niedergeschlagene Massen von Schlamm und Sand, eine
Umlagerung durch Wind erfahren kann. Ausserdem kann der letztere an zahl-
losen Orten die durch Zersetzung losgelösten Theilchen unmittelbar entführen, und
eine nicht unbedeutende Quelle feinen Gesteinsmehls wird durch die Erosion geliefert,
welche der Wind selbst an dem festen Gestein ausführt. Aber alle diese Factoren
sind für die Erklärung unzureichend.
Diese Lücke in den im ersten Band dieses Werkes gegebenen Auseinander-
setzungen hat Pumpelly in scharfsinniger Deduction auszufüllen gesucht¹). Seine
auf eine Classe wenig beobachteter Vorgänge gestützten Ausführungen haben Ge-
sichtspunkte von grosser Tragweite erschlossen und auf die Beziehungen der sowohl
mit abflusslosem Steppenboden, als mit Löss bedeckten Erdräume zu anderen von
ganz verschiedenem Charakter neues Licht geworfen. Da die Abhandlung die ihr
gebührende Beachtung nur in wenigen Fällen erfahren hat²), so sei es mir gestattet,
den Gang der Argumentation hier kurz darzustellen.
Wo immer der Erdboden durch üppige Vegetation geschützt ist, bleiben die
unlöslichen Zersetzungsproducte der Gesteine an Ort und Stelle zurück. Kalkstein
wird aufgelöst, bis von mächtigen Massen nur ein erdiges Residuum übrig bleibt:
feldspathige Gesteine, besonders Gneiss und Granit, werden bis zu der Tiefe mehrerer
hundert Fuss hinab zersetzt. Die Verwitterung geschieht von Klüften aus; daher
bleiben bei der Mehrzahl der Gesteine feste, unzersetzte Kerne übrig, welche in
losen, thonigen oder sandigen Massen, oder in Grus eingeschlossen sind. In einer