国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0805 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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wo bei regnerischem Klima, in Folge der Hohenlage und des dadurch verursachten
Gefalles, die Producte der Zersetzung fortdauernd hinweggeführt werden. Das
Gestein wird blossgelegt, die atmosphärischen Agentien finden jederzeit neue
Angriffsflächen, und ihre Gesammtwirkung ist daher ausserordentlich stark. Zu
intensive Denudation ist hingegen dem Vorgang hinderlich, weil durch Mangel an
Vegetation und Erdkrume die Ansammlung von Feuchtigkeit verhindert wird.
Hierher gehören insbesondere alle mit geringer Vegetation bedeckten Steilgebirge in
peripherischen Gegenden, ebenso die hoch aufragenden Gebirge in Centralgebieten,
in so weit sie Niederschläge in bedeutendem Maass condensiren.
2. Regionen der accumulirenden Zersetzung. Hierzu rechnen wir
diejenigen Gegenden, wo die säculare Zersetzung nach der Tiefe vorschreitet, und
ihre der chemischen Lösung widerstehenden Producte an Ort und Stelle liegen
bleiben. Es gehören dazu im Wesentlichen die durch tiefere Lage, geringe Neigung
der Gehänge und das Vorhandensein einer dichten Vegetation vor Erosion geschützten
regenreichen Gebiete der Erde. Sie unterliegen einer Art Fäulnissprocess, welcher
durch Wärme und Regenmenge gefördert, durch Kälte und Trockenheit abgeschwächt
wird. Die Vegetation wirkt, abgesehen von dem Schutz vor Erosion, den sie
gewährt, dadurch, dass sie die kräftigsten Agentien der Zersetzung liefert. Es
lassen sich im Grossen und Ganzen zwei Kategorien unterscheiden:
a. Regionen der Lateritbildung. In den regenreichen Waldregionen der
Tropen, insbesondere in Brasilien, den feuchteren Theilen des tropischen
Africa und dem südöstlichen Asien nimmt das thonige oder thonig-sandige
Product, welches als Residuum aller auf die Zersetzung der Gesteine gerich-
teten Vorgänge übrig bleibt, den besonderen Charakter des durch hohen
Eisengehalt, rothe Farbe und eigenthümliche Structur charakterisirten Laterites
an. Er besteht aus einem schwammig-zelligen, roth oder braun gefärbten,
den Eisengehalt concentrirenden Gewebe, dessen Hohlungen mit einer helleren,
oft weisslichen Substanz erfüllt sind. Frische Anbrüche dieses festen und
doch leicht schneidbaren Bodens zeigen eine compacte, bunt gefleckte Masse.
An der Luft aber verfestigt sich das schwammige Gewebe, nimmt dunkel-
braune Färbung an und erhält ein glänzendes, schlackenartiges Aussehen,
indem zunächst die Oberfläche der thonige Inhalt der Zellen ausgewaschen
wird. Diese letztere Substanz scheint bei der Austrocknung eine bedeu-
tende Contraction zu erleiden; denn wo Lateritmassen die Feuchtigkeit
entzogen wird, bilden sie hohlklingende Rinden, die wegen ihres schlacken-
artigen Aussehens zuweilen für vulcanisch gehalten worden sind, und bei
einem Anbruch findet man das beschriebene, an Rauchwacke erinnernde
Netzwerk in seinen Hohlräumen nur zum Theil mit einer von Rissen durch-
zogenen, festen, weissen Substanz von thoniger Beschaffenheit erfüllt; der
Rest jedes einzelnen Hohlraumes ist leer.
Wo immer hohe Temperatur, starker Regenfall und Waldvegetation sich
vereinigen, schreitet die Bildung des weichen Laterites durch Zersetzung des
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