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0810 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 810 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

Gebirgen absetzen, Horizontalität aber bei ihnen nur dort eintritt, wo die Nieder-
schläge auf sehr ausgedehnten Strecken bereits horizontalen Bodens geschehen.
Es ist hier nicht der Ort, um diese vergleichende Betrachtung der Erdräume
nach dem Gesichtspunkt ihrer äusseren Bedeckung über die genannten allgemeinen
Kategorien hinaus fortzuführen. Das Gesagte reicht hin, um die Stellung des nörd-
lichen China klar hervortreten zu lassen. Wir haben in diesem Land ein vormaliges
Aufschüttungsgebiet, welches in den gebirgigen Theilen den Charakter der abflusslosen
Salzsteppen trug, während die in viel geringerer Mächtigkeit mit Steppenboden
bedeckte Grosse Ebene vermuthlich von Flüssen durchzogen war und dem Typus
der mit Abfluss versehenen Grassteppen, also der Savannen und verwandter Regionen,
entsprach. Das Land löste sich von Central-Asien dadurch los, dass es in den
Bereich peripherisch gerichteter secundärer Denudation gelangte. Diese ist nun
beschäftigt, die aus weiten Continentalgebieten zusammengetragenen äolischen Auf-
schüttungsmassen, welche das Land durch lange Zeit vor allen äusseren Einflüssen
geschützt haben, zu entfernen und in das Meer hineinzutragen. Die Ausfüllung
des letzteren würde die südöstlichen Grenzen des Landes so weit hinausschieben,
dass die oberen Grenzen des Abflusses gegen die Centralgebiete gleichzeitig nach
Osten vorrücken würden, und das Areal des Landes, in welchem die äolische Auf-
schüttung noch ohne zerstörende Gegenwirkung stattfindet, sich vergrössern würde.

III. Über Abrasion und Transgression.

Unter den gestaltenden Factoren welche in der geologischen Geschichte des
nördlichen China eine bedeutsame Rolle spielen, zeichnet sich in besonderer Weise
das periodische Auftreten transgredirenden Lagerung. In der Mehrzahl der Fälle
sind die Schichten der übergreifenden Formation nicht, wie man es bei der Aus-
breitung des Meeres über Festland erwarten sollte, einem gebirgigen, aus Hohen-
zügen und Erosionsthälern bestehenden Boden aufgelagert; sondern sie ruhen weit
und gleichförmig auf einer gewissermaassen für den Niederschlag besonders vorge-
bildeten Fläche, die grösstentheils ausgeebnet ist, stellenweiss wellige Formen hat
und zuweilen in Terrassen abgesetzt ist. Auch ragen aus ihr, mehr oder minder,
einzelne hohe und feste Gebirgskerne auf, welche dann von den horizontalen
Schichten theilweise oder ganz überdeckt werden. Die Auflagerungsfläche durch-
schneidet die den transgredirenden Gebilden im Alter vorhergehenden Formationen
unabhängig von ihrer Lagerung. Sind die Schichtgesteine derselben hoch aufgerichtet
und zusammengefaltet, so sind diese Falten entlang der Fläche wie abgehobelt, indem
alle Theile, welche einst über die letztere aufragten, verschwunden sind. Der Be-
trag der Denudation ist oft ausserordentlich gross. Einzelne noch erhaltene Mulden
sind manchmal die einzigen Ueberreste von Sedimentformationen, welche viele
tausend Fuss Mächtigkeit hatten und in einer Reihe von Falten zusammenge-
faltet waren. Es sind dann nicht nur die aus diesen Formationen bestehenden Ge-
wölbe hinweggeschliffen, sondern auch solche Theile noch älterer Gesteine, welche
zwischen ihnen aufragten, in gleicher Weise entfernt worden. Die bei der Dar-