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0812 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 812 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

voraus; denn dieses Agens, welches unter allen von aussen auf die Erdrinde wir-
kenden Kräften bei weitem den ersten Rang einnimmt und Continente abzuschleifen
vermag, wird in seinen mächtig umgestaltenden Functionen noch kaum genügend
gewürdigt¹).

Die Wirkung der Brandung an Küsten ist, so weit sie sich unmittelbar darbietet,
im Einzelnen und Kleinen häufig Gegenstand eingehender Untersuchung gewesen.
An Flachküsten, welche durch Schwemmland gebildet werden, ist sie gering und
beschränkt sich in der Hauptsache auf eine Umlagerung der feinerdigen und
sandigen Bestandtheile, bei der der Wind in Wechselwirkung mit der Meeresswelle
tritt. Zieht sich das Meer zurück, so schreitet die Dünenbildung seewärts vor;
dringt es hingegen nach dem Lande vor, so verschlingt es die alten Dünenreihen
und entnimmt zum Theil aus ihnen das Material, aus dem in Verein mit dem Wind
weiter landeinwärts neue Dünen entstehen.

An einer Steilküste sind ebenfalls die drei Fälle eines constanten Meeresniveau's,
einer Hebung des Landes und einer Senkung desselben gesondert zu betrachten;
auch muss die Möglichkeit eines periodischen Wechsels der Bewegung berück-
sichtigt werden.

1. Wirkung der Brandung bei constantem Meeresniveau. An solchen
Felsküsten, an welchen durch eine längere Periode eine Veränderung des Meeres-
niveau's nicht stattfindet, wirkt die Brandung zerstörend entlang einer Horizontal-
zone, welche in dem Niveau der Ebbe beginnt und über dasjenige der Fluth hinaus-
reicht. Die Wirkung ist am stärksten zwischen der halben Fluthhöhe und der oberen
Grenze der Brandungswelle. Die Zersetzung und Lockerung des Gesteins durch
Meeressalze, Kohlensäure, Ozonbildung und Anheftung von Pflanzen und Thieren,
wozu in hohen Breiten noch der Spaltenfrost kommt, unterstützt die mechanische
Wirkung der anprallenden Woge. Es wird entlang der Zone eine concave Fläche
in der Wand des Gesteins ausgehöhlt, und zwar um so schneller und weiter, je
weicher das letztere ist. Die darüber befindlichen Felsmassen verlieren die Stütze
und brechen herab. Indem die concave Fläche weiter in das Gestein hinein vor-
schreitet, bleibt der unter ihr gelegene Theil des letzteren unzerstört, und die
vorschreitende untere Grenze der Brandungswirkung wird daher durch eine Terrasse
bezeichnet, auf welche weiterhin die hangenden Felsmassen herabstürzen. Sie