国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

> > > >
カラー New!IIIFカラー高解像度 白黒高解像度 PDF グラフィック   日本語 English
0813 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 813 ページ(白黒高解像度画像)

New!引用情報

doi: 10.20676/00000260
引用形式選択: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR読み取り結果

werden hier in Blöcke zertrümmert. Diese werden bei Stürmen gegen einander
geschleudert, aber auch von der gewöhnlichen Brandungswelle heftig hin und her
bewegt, gegen einander gerieben, zerkleinert und schliesslich zu Rollsteinen, Sand
und thonigem Schlick reducirt.
Die in der angedeuteten Art entstandene Terrassenfläche ist nicht horizontal,
sondern senkt sich von dem Niveau im innersten Theil, welches sich zwischen der
halben und der vollen Fluthhöhe befindet, seewärts hinab, und zwar einerseits dess-
halb, weil jeder Theil einer nachträglichen Einwirkung in der unteren Hälfte der
Brandungszone ausgesetzt wird, diese Einwirkung von oben nach unten fortschreitet,
und die äusseren Theile ihr länger ausgesetzt gewesen sind als die inneren, anderer-
seits desshalb, weil die herabgefallenen Felsmassen bei ihrer Zermalmung reibend
auf die Unterlage wirken, und ebenfalls die äussern Theile diesem Process länger
unterworfen gewesen sind als die inneren. Der äussere Rand der Terrasse würde
nicht unter die Linie der Ebbe herabgehen können, wenn die Brandung allein wirkte.
Die Blockreibung kann jedoch das Niveau noch etwas erniedrigen. Da wir eine
Steilküste angenommen haben, so werden die Zerstörungsproducte nicht auf der
Terrasse liegen bleiben, sondern in die tiefe See geschafft werden.
Die langgezogenen Terrassen, welche sich in dieser Weise an felsigen Küsten
bilden, werden, wenn das Meeresniveau constant bleibt, eine gewisse Breite niemals
überschreiten können, da die Welle, indem sie auf der schiefen Fläche aufwärts
rollt, durch die Reibung an Kraft verliert. Bei einem gewissen Abstand vom
Aussenrand wird die intensivste Wirkung nicht mehr in halber Fluthhöhe stattfin-
den, da die ihr entsprechende Welle einen grossen Theil ihrer Kraft eingebüsst
hat, während die Welle der höchsten Fluth sie noch fast unvermindert besitzt.
Die Terrassenfläche wird daher über die halbe Fluthhöhe hinaus nach dem Inneren
ansteigen, und endlich wird, bei noch grösserer Entfernung vom Aussenrand, auch
die höchste Fluthwelle mit so grossem Kraftverlust an ihrem Ziel ankommen, dass
sie keine weitere Zerstörung ausüben kann. Die Breite der Terrasse wird in erster
Linie von dem Verhältniss der Dauer der zerstörenden Einwirkung zu der Härte
des Gesteins abhängen; sodann von der Stärke der Brandung, also auch von der Lage
der Küste im Verhältniss zu den herrschenden Windrichtungen, sowie zu einem
offenen oder geschlossenen Meer; ferner von der Unterstützung oder Hemmung der
Brandung durch Eisbildung; von der Temperatur des Meerwassers und der Menge
und Art der sich ansiedelnden Organismen; endlich von der Grösse des Abstan-
des zwischen den Niveaus der Ebbe und der Fluth. Wo dieser bedeutend ist,
kann die Terrasse bei gleicher Zeitdauer eine viel grössere Breite erlangen, als wo
er gering ist, oder wo die Gezeiten, wie im Mittelmeer, fast vollständig fehlen.
Steigt eine Küste, welche mit steilen Felsen auf tiefen Meeresgrund abfällt,
nach der Bildung der Brandungsterrasse an, um, wenn das Meer einen bestimmten
relativ tieferen Stand erreicht hat, wieder auf längere Zeit in gleichem Niveau-
verhältniss zu demselben zu bleiben, so wird sich in dem betreffenden Abstand
unter der ersten eine zweite Brandungsterrasse bilden, und ebenso wird jede