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0817 China : vol.2
China : vol.2 / Page 817 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000260
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fortschreitet, das Meer, welches rings herum schon weiter entlegene Küsten
benagt, immer höhere Theile des Inselgebirges angreifen und, wenn dann vor
der Umkehrung der Senkung in eine allgemeine Hebung eine Periode des Still-
standes oder oscillirender Bewegung eintritt, die oberen Theile desselben hinweg-
schleifen. Es entstehen dadurch Rumpfgebirge, wie man die abgerundeten und
abgeschliffenen Ruinen solcher Gebirge, die ehemals als hohe und lange zackige
Ketten aufragten, bezeichnen kann. Der Kwenlun bietet das grossartigste Beispiel
eines solchen.

Eine Unterbrechung des allmäligen Hinabsinkens durch Hebung würde die Ab-
rasion zeitweilig aufheben, oder sie wenigstens für die Gestaltung des Abrasionsfeldes
beinahe wirkungslos machen. Eine periodisch beschleunigte Senkung hingegen
würde einen terrassenförmigen Absatz der Abrasionsfläche hervorbringen. Und so
lassen sich noch manche Modificationen der Kräfte und ihrer Wirkungen denken.

Die unmittelbare Folge dieser Vorgänge muss in der Regel die transgredirende
Ablagerung von Schichtgesteinen sein. Wenn das Gestein der Masse a a' b (Fig. 124),
nach seiner Zerkleinerung, durch den Brandungs-Unterstrom und andere Bewegungen
noch in die Meerestiefen a t zurückgeführt wird, so wird dies vielleicht mit der
Gesammtmasse b c e' d nicht mehr der Fall sein; denn ein Theil derselben kann
sich, wenn nicht allgemeine Meeresströmungen hindernd eintreten, auf a a' absetzen,
welches unterhalb des Bereiches der rückläufigen Brandungsströme liegt; und wenn
die Abrasion die Strecke e e' in Angriff nimmt, würde sich eine zweite Schichten-
lage über der früheren auf a a' und eine erste unmittelbar auf der Fläche e e' nie-
derschlagen, während bei weitem der grösste Theil von b c e' f theils nach den
Tiefen a t gelangt, theils durch Strömungen entführt wird.

Regionale Abrasion kann daher nur durch die vorschreitende Bran-
dungswelle bewerkstelligt werden. Sie muss, wo nicht das abradirte
Material constant durch andere Agentien nach grösserer Ferne
geführt wird, transgredirende Lagerung zur Folge haben. Wo immer
sich Transgression über weite Strecken sehr gleichmässig findet, wird
mithin die Ablagerungsfläche in der Regel durch regionale Abrasion
gebildet sein.

Diese theoretische Verallgemeinerung eines in kleinem Maassstab unter unseren
Augen sich vollziehenden Vorganges findet nur eine beschränkte Bestätigung in den
Veränderungen, welche unserer unmittelbaren Beobachtung zugänglich sind, dagegen
zahlreiche Stützen in Schlussfolgerungen, welche sich geologischen Thatsachen ent-
nehmen lassen.

Beobachtbare Vorgänge. Die Brandungswelle lässt sich bei ihrer jedes-
maligen Arbeit beobachten und in ihren Wirkungen auch dort noch sicher erkennen,
wo deren Schauplatz über den Meeresspiegel gehoben ist: in dem letzteren Fall
sieht man schmale Terrassen, aber keine ausgedehnte Abrasion. Wo hingegen
die Küste sich senkt, begräbt das Meer die Stellen wo seine Brandungswellen
genagt haben. Nur die Theile, welche sich noch im Bereich zwischen Ebbe und