National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Verticalbetrag muss die in hohem Grad gefalteten devonischen Gebirge des Huns-
rück von den unmittelbar daneben lagernden wenig gestörten Schichtmassen des
Rothliegenden im Nahe-Thal und der darunter folgenden Saarbrücker Steinkohlen-
formation trennen, und zwar ist der südlich von der Kluft gelegene Theil abgesunken.
Die Steinkohlengruben erreichen ihr südliches Ende an einer anderen, ebenfalls
von SW nach NO streichenden Kluft. Eine normale Verwerfung von sehr grossem
Betrag¹) hat auch hier den Südflügel herabgesenkt und den Buntsandstein in das
Niveau des Carbon gebracht. Trotz dieser Verwerfungen, welche in einem nur
den atmosphärischen Einflüssen ausgesetzten Land einen hochgebirgigen und sehr
wechselvollen Charakter hätten schaffen müssen, zieht eine nur durch verhältniss-
mässig ausserst geringfügige Erosionsfurchen in ihrem Charakter modificirte Fläche
so gleichmässig über alle diese verschiedenen Gebilde hinweg, dass in den allge-
meinen Niveauverhältnissen selbst ein regionaler Härtewechsel der Gesteine, wie er
am Südrand des Hunsrück stattfindet, sich nur wenig kennzeichnet. Dasselbe ist
der Fall, wenn man von Saarbrücken weiter westlich oder nordich geht, gleichviel
ob man auf dem Weg nach Metz die regelmässige, dem Pariser Becken flach
zufallende Schichtenreihe bis hinauf zu dem braunen Jura verfolgt, oder ob man
auf dem Weg über Luxemburg nach Trier und dem Ardennenrand die durch
van Werwecke und Greve sorgfältig untersuchten Verwerfungen im Gebiet des
Lias und der Trias verquert. Weder die sehr grossen Unterschiede in der Härte
der Gesteine, noch die Verwerfungen, noch die Art der Lagerung spielen eine
Rolle bei der ursprünglichen Anlage der über Alles gleichförmig hinwegziehenden
Fläche. Nur die Erosion hat dieselbe nachträglich umzugestalten vermocht.
Es ist hier nicht der Ort, auf diese Verhältnisse ausführlicher einzugehen. Die
flüchtige Skizze genügt, um zu zeigen, dass Abrasion durch die Brandungswelle,
deren alleiniges Streben darauf gerichtet ist, eine möglichst ebene Fläche, ohne
Rücksicht auf den Charakter der Gesteine, das bestehende äussere Relief und den
inneren tektonischen Bau, zu schaffen, das einzige Agens ist, welches die voll-
kommenste Einförmigkeit der Plastik dort zu schaffen vermag, wo der innere
Gebirgsbau die grössten Verschiedenheiten und die Elemente zu einem im äussersten
Grad unebenen und selbst hochgebirgigen Relief darbietet.
Ausser diesem Beispiel sei noch ein anderes aus Nord-America erwähnt. Hier
bildet der Westabhang der Sierra Nevada in Californien eine der schönsten Abra-
sionsflächen. Trotz hochgradiger Faltung der metamorphisch-krystallinischen Sedi-
mentgesteine, aus denen er hauptsächlich besteht, und des bedeutenden Antheils,
welchen eruptiver Granit an seiner Zusammensetzung nimmt, steigt er doch mit
geringer Neigung und grösstentheils sehr ebenmässig aus den Thälern des Sacra-
mento und San Joaquin gegen den Kamm des Gebirges an. Ehemals besass die
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