National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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von Kiau-tshou beginnende und nach der nördlichen Küste fortsetzende Furche
getrennt sind und sich in mancherlei Hinsicht verschieden verhalten. Der west-
liche Theil entspricht in seinem Gebirgsbau der Provinz Shansi, zeigt aber durch
merkwürdige Verwerfungen, welche die plateaubildenden, schwach geneigten Schich-
ten, nebst ihrer, aus sehr altem Gneiss bestehenden Unterlage, betroffen haben,
eine ganz individualisirte Anordnung, in welcher sich kaum ein regelmässiges Ge-
füge, am wenigsten dasjenige von Wasserscheideketten, erkennen lässt. Ganz an-
ders ist der östliche Theil, die eigentliche vorspringende Halbinsel, gebaut. Hier
ist ein Gebirgsrost erkennbar, der von der Streichrichtung WSW—ONO beherrscht
wird. Da aber nur die vorsilurischen Gebilde in diesem Sinn gefaltet sind, so
schliesst sich das östliche Shantung an das gegenüberliegende Liau-tung, und durch
dieses wahrscheinlich an den Bau des nördlichen Korea, an.
Wir sind damit in eine Gegend gekommen, welche politisch nicht ganz zu
China gehört, deren Darstellung aber aus mehreren, im nächsten Capitel zu erör-
ternden Gründen eine Vervollständigung derjenigen von China bildet. Die Provinz
Shong-king, oder die südliche Mantschurei, besteht aus zwei gebirgigen Theilen,
welche selbst nur die Ausläufer oder Randtheile grösserer Gebirgsgegenden sind
und zwischen sich die breite Thalebene des Liau einschliessen. In dem östlichen
Theil werden wir die Ausläufer des nordkoreanischen Tshang-pai-shan kennen ler-
nen, und an der Stelle des eichenblattartigen Wasserscheiden-Gebirgsnetzes, wie die
Karten es zeigen, wird sich uns ein nach der Streichrichtung WSW—ONO gefaltetes
Gebirgsgerüst als der, allerdings vielfach modificirte, Grundbau darstellen, während
wir im Westen des Liau im hohen I-wu-lu-shan den Randtheil des Gebirgslandes
der Kortshin-Mongolen kennen lernen werden.
Das Südliche China. — Alles Land im Süden des östlichen Kwen-lun ist
im grossen Ganzen ein weit ausgedehntes Faltungsgebiet mit einer meistentheils
sehr vollkommen parallelen Anordnung der Ketten nach der Streichrichtung
W 30° S — O 30° N, aus welchem sich im Südwesten, und zwar bei Ya-tshóu-fu
beginnend und durch Yünnan fortsetzend, der hinterindische Faltungsparallelismus
nach der Richtung NzW—SzO entwickelt. Innerhalb des so gefalteten Gebietes
befinden sich einzelne grosse, beckenartige Senkungsfelder, welche zum Theil bis
zur Juraperiode Meeresbuchten waren und von mächtigen Ablagerungen rother
Sandsteine erfüllt wurden. Diese Schichten sind an einzelnen Stellen in ihrer Ge-
sammtmasse hoch erhoben worden, ohne kleinere Störungen erlitten zu haben, wur-
den dadurch der Erosion ausgesetzt und konnten nur in unbedeutenden, dem Grund-
gebirge hoch aufgesetzten Resten übrig bleiben. In anderen Gegenden bilden sie
noch deutlich eine fast horizontal geschichtete Beckenausfüllung, deren Oberfläche
wieder entweder in sehr geringer Meereshöhe, oder bis zu 4000 und 6000 Fuss
darüber liegen kann. Nur selten haben die Beckenschichten an Faltungen theil-
genommen. Eine weitere Mannigfaltigkeit ist dadurch hervorgerufen worden, dass
einige Gebiete in Folge späterer Senkungen in so tiefe Lage gekommen sind, dass
Alluvialflächen, die sich in geringer Höhe über dem Meer befinden, sich über alles
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