National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books

> > > >
Color New!IIIF Color HighRes Gray HighRes PDF   Japanese English
0070 China : vol.2
China : vol.2 / Page 70 (Color Image)

New!Citation Information

doi: 10.20676/00000260
Citation Format: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR Text

Südosten fliessende Hung-kiang (der rothe Fluss), ebenso wie einige nach Norden
gerichtete Zuflüsse des Kin-sha-kiang oder Goldsandflusses, ihre Quellgebiete haben,
während dieser Strom selbst, mit zwei anderen, die ihm parallel gerichtet sind,
dem Lan-tsang-kiang und dem Lu-kiang, die Provinz im Nordwesten betritt, dann
aber sich von ihnen abwendet und, in weitem südlichem Bogen Yünnan durch-
stromend, sich nördlich nach Sz'-tshwan wendet, von wo er seinen Lauf als Ta-
kiang oder Yang-tsze-kiang fortsetzt. Jene beiden aber, der Lan-tsang-kiang und
der Lu-kiang, durchströmen die Provinz in tiefen, von NzW nach SzO gerichteten
Einschnitten und divergiren erst in ihr, um sich zu dem Mekong und dem Salwin
zu entwickeln. Das Land dieser merkwürdigen Provinz erscheint uns im
Wesentlichen als ein 5000 bis 6000 Fuss hohes, vielfach und tief durchfurchtes
Plateau, das stellenweise, besonders im Nordwesten, von hoch aufragenden Aus-
läufern des tibetischen Hochlandes durchzogen wird. Auf dem zusammenhängen-
deren Theil des Plateau's liegen Seen. Hier, und in den weniger tief eingeschnit-
tenen Thälern, sind die ackerbaufähigen Landstrecken und die Sitze städtischer
Ansiedelungen. Ein ungewöhnlicher Metallreichthum, neben bedeutenden Steinkoh-
len-Lagerstätten, sichert dem Land eine Bedeutung, welche es gegenwärtig noch
nicht hat. Obgleich seine Lage es anscheinend zu einer der wichtigsten Gegenden
des Durchgangsverkehrs in Asien machen sollte, stellen sich doch demselben durch
die tief eingeschnittenen Thalfurchen grosse Schwierigkeiten entgegen. Die Bevöl-
kerung besteht einerseits aus Urstämmen, welche unter vielen verschiedenen Namen
auftreten und sich zum Theil unabhängig erhalten haben, zum Theil aus Colonisten,
welche aus mehreren Provinzen von China stammen und sich in den anbaufähigen
Theilen niedergelassen haben. Augenblicklich ist dieses Element durch die moha-
medanische Rebellion an Zahl stark reducirt.

Nördlich von den beiden zuletzt genannten Provinzen liegt Kwéi-tshóu, ein
dünnbevölkertes Gebirgsland, noch grossentheils im Besitz unabhängiger Stämme
der Miau-tszé, wenig cultivirt, arm an ebenen Thalboden, aber auch, wie es scheint,
nur sparsam von hoch aufragenden Gebirgsketten durchzogen. Es ist aus den
Gebieten der Oberläufe von Strömen, die nach allen Himmelsrichtungen abfliessen,
ohne ein erkennbares natürliches Gesetz heraus geschnitten. Allerdings verbindet
die Nordgrenze diejenigen Stellen, wo die dorthin gerichteten, in Kwei-tshóu ent-
springenden Flüsse schiffbar werden, und es scheint eine bedeutende Bodenan-
schwellung dieser Thatsache zu Grunde zu liegen. Aehnlich scheint es sich mit
der Südgrenze zu verhalten. Ein durch eine Reihe von Städten bezeichneter,
viel benützter Landweg führt von Hunan durch Kwéi-tshóu nach Yünnan. Die
Bodenproducte sind gering. Metalle scheinen das wichtigste unter ihnen zu sein;
bemerkenswerth ist insbesondere der Reichthum an Quecksilber. Obgleich seit
zwei Jahrtausenden Colonisationsversuche gemacht worden sind, hat doch keine
Provinz von China so wenig wie diese vermocht, Ansiedler heranzuziehen und zu
behalten.

Ein zum grössten Theil durch Wasserscheiden begrenztes Gebiet umfasst die