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0108 China : vol.2
China : vol.2 / Page 108 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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3) Wechsel von braunen und grauen Sandsteinen, hellgrauen, sehr weichen
Schieferthonen, und mächtigen Lagen von schwarzem Kieselschiefer.
Die Strasse führt in einer Länge von 5 li durch die Schichten 2) und 3),
was auf eine Mächtigkeit von mindestens 1500 Fuss schliessen lässt. Streichen
und Fallen sind dem Kalkstein conform.
4) Kohlenmulde. Aus den Schachten kommt Sandstein und schwarzer san-
diger Schiefer. Bei der Wanderung nach dem südöstlich gelegenen, 740 Fuss
hohen Kalksteinberg fand ich vielfaches Ausbeissen der kohlenführenden Schich-
ten in der Ebene. Streichen und Fallen sind sehr unregelmässig. Es erschei-
nen dabei einzelne Zwischenschichten, die erst über 3) zu lagern scheinen;
z. B. eine 5 Fuss mächtige, an Crinoidenstielen reiche Kalkbank zwischen ver-
härteten Thonen; ferner zahlreiche Bruchstücke von Kalkstein mit ausgewitterten
Crinoidenstielen und Korallen; auch Crinoiden-Breccie; Kalkstein mit Feuer-
steinknauern; dann viel schwarzer, eckig zerbrückelnder Kieselschiefer, über
welchem stets thoniger Sphärosiderit vorkommt. Dieses Eisenerz ist in bedeu-
tender Masse vorhanden, und es würden sich vielleicht abbauswürdige Lager-
stätten auffinden lassen. Gegenwärtig wird es nicht verwerthet. Gegen den
Berg hin kommt man mehr und mehr in das Liegende. Beim Anstieg fand
ich weisse, sehr feinertige Schichten, die zwischen Kieselschiefer lagern und
voll von Pflanzenstengeln und kleinen wohlerhaltenen Zweischalern sind. Ein
sehr heftiger Regensguss hinderte die Ausbeutung und weitere Untersuchung.
Da ich nur einen Tag in Wu-hô-shui blieb, so waren meine Beobachtungen
beschränkt; doch sind alle Anzeichen sehr versteinerungsreicher Schichten ge-
geben.

So unvollkommen dies Profil ist, glaube ich doch, auf Grund des Vergleiches des
petrographischen Charakters und der ganzen Schichtenentwickelung mit den Verhältnissen
an anderen Localitäten, die Schichtgebilde von Wu-hô-shui mit voller Sicherheit der
Steinkohlenformation zurechnen zu dürfen. Allein das Kohlenfeld steht an Werth
hinter den gleichaltrigen Bildungen in dem benachborten Shantung weit zurück, und ist
eben so wegen seiner sehr beschränkten Ausdehnung, als auch wegen der schlechten
Beschaffenheit des Flözes, bedeutungslos. Der Bergbau ist allmälig vom westlichen Theil
des Feldes nach Osten vorgerückt, und nur die östlichsten Gruben sind noch in Betrieb.
Der Abbau geschieht durch donlägige Schächte, welche 55° geneigt sind und die Kohle
in 80 bis 120 Fuss Teufe erreichen. Der Streckenbau soll auf einigen Gruben eine
Ausdehnung von 1500 Fuss haben. Die Mächtigkeit der Kohle wurde mir zu 3 bis
12 Fuss angegeben, und es scheint mehrere Flöze zu geben. Die Kohle ist spiegel-
klüftig, von muschligem Bruch, geringem specifischem Gewicht und so lockerem Gefüge,
dass sie nur als Staubkohle aus der Grube kommt. Die Grubenarbeiter sind wie mit
Russ bedeckt.
Das Recht des Bergbaues wird hier dem Eigenthümer des Bodens von den Behör-
den besonders verliehen. Obgleich es sich auf die Grenzen seines Besitzes beschränkt,
versucht doch Jeder, durch Streckenbau erst so viel als möglich den benachbarten Grund
auszubeuten, bis er unter der Erde selbst durch Gewalt vertrieben wird; denn ein an-
deres unterirdisches Recht, als dasjenige der Faust, ist hier dem gemeinen Mann unver-
ständlich. Die Schwierigkeiten des Bergbaues sind nicht unbedeutend. Die Gruben sind