National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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würde einem tiefen, vielleicht durch die Contraction des erstarrten Granites verursachten
Einbruch entsprechen.
In keiner Entfernung hinter Ku-kia-tung verlässt die Strasse den Granit und gleich-
zeitig den Lung-wang-hö, um einem Zufluss desselben, dem Pa-tau-hö¹, aufwärts zu
folgen. Alle Flüsse sind hier bedeutend wasserreicher als an der Südküste, wo der Mangel
an Vegetation das rasche Abfliessen des durch Niederschläge herabgekommenen Wassers
veranlasst, und sich dann die breiten Sandbetten füllen, während in den Zwischenperioden
die Gewässer klein sind oder versiegen. Hier hingegen sorgt die reiche Vegetation für
grössere Gleichmässigkeit. Den Pa-tau-hö fand ich 100 Fuss breit bei 5 Fuss Tiefe;
doch gibt es auch Furthen, wo die Tiefe nur 2 Fuss beträgt. Die Gebirge am Fluss
sind nur 300 bis 400 Fuss hoch, aber sie steigen in geringer Entfernung zu 800 bis
1000 Fuss an, und in der Ferne erblickt man, rückwärtsschauend (s. Fig. 18) in noch grösserer
Höhe das charakteristische sigenförmige Profil des Lung-wang-shan. Der Granit des letzteren
bleibt grobkörnig und in dicke nordöstlich fallende Schalen abgesondert, bis man seine
Grenze erreicht. Dann folgen schwarze Quartzite und feste Conglomerate von Quarz-
geröllen in schwarzer Quartzgrundmasse. Weiterhin treten weisse und gelbe Quar-
zite auf, mit regellosem Streichen und Fallen. Granit, Diorit und Hyperit haben
diese Schichtgesteine arg mitgenommen. Sie durchdringen dieselben in Gängen, über-
lagern sie, stören sie in ihrer Lagerung, haben aber doch nicht vermocht, den petro-
graphischen Charakter merklich zu modificiren. Zuweilen ist der Quarzit in der Nähe
der Gänge unverändert; zuweilen lässt er kleine glänzende Flächen von Feldspath erkennen,
zuweilen auch nähert er sich selbst im petrographischen Charakter den durchsetzenden
Gesteinen. Die Ganggranite sind von dem Hauptgranit durch ihre Kleinkörnigkeit ver-
schieden. Letzterer kommt in Geröllen im Fluss vor. Er muss daher noch an mir nicht
bekannten Stellen im Flussgebiet des Pa-tau-hö anstehen. Ueberhaupt bilden die Gerölle
eine bunte Musterkarte. Unter den Gesteinen derselben, welche ich nicht mehr selbst
getroffen habe, ist besonders Gneiss zu nennen.
In dem reizenden Hügelland, welches der ältere Quarzit hier bildet, liegt das ein-
same Wirthshaus von Tshü-yu-pü. Bald darauf kommt man, am Fluss aufwärts wandernd,
in ein geologisch sehr schwierig zu verstehendes Gebiet.
Der Quarzit, immer noch reich an Granitgängen, erreicht sein Ende und steht hier
in Verbindung mit Hornblendeschiefer, die ihn wahrscheinlich unterteuften. Die
Schlucht ist noch eng. Dann tritt man hinaus in eine freundliche, von 500 bis 600 Fuss
hohen Hügeln umgebene Thalweitung, in die von Osten ein Zweighal mündet. Alles
besteht aus krystallinischem Kalk, dem ersten, den ich in Liautung traf. Er
wechsellagert in einzelnen Schichtencomplexen mit Glimmerschiefer und braunem,
feldspathaltigem Gestein von sandsteinartigem Korn. Die gesammte Reihe wird von einem
eigenthümlichen Pegmatit durchbrochen, der aus sehr grossen Orthoklaskrystallen, Quarz
in Körnern, grossen Blättermassen von weissem Glimmer, Turmalin, und einem sehr
harten Mineral von bläulicher Farbe, dessen grosse krystallinische Massen frei heraus
ragen, besteht. Das letztere Mineral zersplitterte meinen vorzüglichen Stahlhammer.
Dieses Gestein wird nun herrschend, wenn auch die von ihm deutlich durchbrochenen
Sedimente nicht verschwinden. Oft sieht man an den unteren Gehängen an der Strasse
Glimmerschiefer mit grossen Blättern von weissem und schwarzem Glimmer anstehen,
während von der Höhe darüber das genannte Gestein herabkommt.
Dies ist eine für sich stehende, streng geschiedene Gesteinsgruppe. In Front sieht
man schon längst ein hohes schrofffes Gebirge mit vielen Zacken und Obelisken, den Lau-
tszï-shan, oder das Thurmgebirge². An seinem Fuss liegt die kleine Häusergruppe Hwang-
ti-li-tai, 30 li von Tshü-yu-pü. Es besteht aus W—O und SW—NO streichenden und
nördlich fallenden Takushan-Quartziten, unter denen noch einmal Glimmerschie-
fer als discordant Liegendes erscheint. Die Quartzite bleiben nun herrschend bis
Sai-ma-ki. Einzelne Kämme derselben ragen hoch auf; dann wieder bildet der Quarzit
in steiler Aufrichtung die Grundlage für jüngere Formationen. Unter diesen ist ein
mächtiger fester Sandstein bemerkenswerth, der sich nur in seinen rothen Schichten,
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