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0127 China : vol.2
China : vol.2 / Page 127 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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Schächten erreicht. Es gibt nur Ein Flöz, welches eine Mächtigkeit von 3 bis 5 Fuss
haben soll. Ich konnte die Gruben nicht befahren, da eben als grosses Fest mit Theater-
vorstellungen für und die Arbeit vollständig ruhte. An den Halden liess sich erkennen,
dass die Kohle von Schieferthon begleitet wird, der wahrscheinlich im Liegenden auftritt.
Darunter folgen dünnschichtige, fast schieferige Sandsteine. Nach Norden, Westen und
Süden fällt der Kegel der Kohlenformation nach den Thalgewässern ab; im Nordosten
schliesst er sich durch eine Einsattelung an ein Quarzitriff an. Im Südosten sind jenseits
des Thalbaches getrennte Fortsetzungen der Formation, die sich dort überall an Quarzit
anlehnen und ebenfalls Kohle führen.
Es wird fast nur Klein- und Staubkohle gefördert und dieselbe meist zu Coke ver-
brannt. Man verkauft die Kohle für 120 tsün den Pikul, oder 6.75 Mark die Tonne;
der Coke hat den dreifachen Preis, nämlich 20 Mark die Tonne. Die Kohle ist stark
russend. Zum Theil ist sie leicht und rein, zum Theil schwer und unrein; die erstere
ist stark backend.
Das zweitwichtigste Vorkommen ist 2 li nordwestlich von Sai-ma-ki, wo die Kohlen-
formation den cambrischen Gebilden deutlich an- und aufgelagert ist. Auch hier folgen
als Hangendes der Kohle rothe Sandsteine, welche gegen Westen an Mächtigkeit zuneh-
men und die Thalränder zu beiden Seiten des Flusses bilden.
Ein drittes Vorkommen W O
fand ich 20 li südlich von Sai-
ma-ki, wo in einer Höhe von
250 Fuss über dem Pa-tau-hô
Gruben angelegt sind. Die Kohle
von diesem Ort ist schlecht. Die
Schichten lehnen sich an steil
stehenden Quarzit. Im Uebrigen
sind die Verhältnisse dieses auch
räumlich sehr beschränkten Auf-
tretens nicht klar, da der Schutt
des Abhanges das Gestein ver-
birgt. Ungefähr 60 Fuss unter
der Kohle zeigen sich einige
Bänke eines grauen, halbkrystal-
linischen Kalksteines, die durch-
aus räthselhaft sind. Noch tiefer
kommt auch der Quarzit noch einmal zu Tage.
Ueberhaupt finden sich im Süden von Sai-ma-ki manche eigenthümliche Auflagerungen,
deren Untersuchung mir die Zeit nicht gestattete. So ist z. B. einige li nördlich von
dem letztgenannten Kohlenvorkommen eine kleine An-
höhe, die von einer schroffen Mauer gekrönt wird. Letz-
tere besteht aus einem Conglomerat von Quartzblöcken,
die 3 bis 4 Fuss Durchmesser erreichen. Darunter liegt,
ganz conform gelagert, eine ungefähr 60 Fuss mächtige
Folge von Schichten von grauem Kalkstein mit Feuer-
steinknauren, welche unmittelbar auf steil stehendem Thon-
glimmerschiefer ruhen.
Das Alter der Kohlengebilde geht aus einigen wenigen Pflanzenresten hervor,
welche ich auf den Halden am Ting-ting-shan fand. Herr Prof. Schenk bestimmte es
als echtes Carbon.
Da Sai-ma-ki in einer schwer zugänglichen Gebirgsgegend liegt und wol keine Aus-
sicht hat, jemals in den Bereich eines grösseren Verkehrs gezogen zu werden, so wäre
das Vorkommen der Kohle, besonders Angesichts des grossen Holzreichthums, ganz
nutzlos, wenn nicht die Gegend auch durch ihren Erzreichthum gesegnet wäre.
Schon in Zidu-ya-pi wurde mir davon berichtet und es schien mir, dass dort das
Vorkommen von Eisenerzen mit den Gängen in Verbindung steht, welche der Hyperit
im Quarz bildet. Bleiglanz, von dem mir einige Stücke gezeigt wurden, soll in
grösserer Menge 10 li südlich von dem Ort vorkommen, ausserdem auch Kupfer und
Gold sich finden. Auf dem weiteren Wege nahmen diese Nachrichten allmälig con-