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0140 China : vol.2
China : vol.2 / Page 140 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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betrachteten Formationen eine Reihe von Schichtgebilden, welchen wir auf unserm
Weg vielfach begegnet sind. In regelmässiger Folge lagern sie auf einander.
Ueberall zeigen sie eine reiche Gliederung, welche in den höheren Theilen nahezu
gleichartig ist, in den tieferen aber mancherlei Abweichungen dadurch zeigt, dass
in Folge der Ungleichheit des mit Riffen besetzten Meeresbodens, auf dem die
Sedimente sich ablagerten, die Formation in einzelnen Gegenden viel weiter hinab-
reicht, als in anderen. In einem gewissen, ziemlich hoch gelegenen Niveau fanden
wir einen petrographisch mit seltener Schärfe gezeichneten Horizont, die globuli-
tischen Kalke, und dieser gewährt zugleich einen paläontologischen Anhalt.
Nach einer vorläufigen Mittheilung von Herrn Dames besteht die Trilobiten-Fauna
von Sai-ma-ki und dem Tai-tze-Thal (S. 94, 100, 101) wesentlich aus den Gat-
tungen Dikellocephalus und Conocephalus und schliesst sich eng an die Faunen
des Potsdam-sandstone von New-York, Wisconsin, Iowa und Minnesota (namentlich
der Gebiete am Oberen Missouri) an, so zwar, dass an einer Gleichaltrigkeit nicht
zu zweifeln ist. Bei der 40th Parallel Survey wurde dieselbe Fauna von Hall in
den Bergbau-Districten White Pine und Eureka nachgewiesen. «Es scheint, dass die
chinesische Fauna mehr der Americanischen Potsdam-Fauna, als der Schwedischen
Cambrischen ähnelt; mit der Böhmischen Primordialfauna hat sie nichts gemein.»
Es dürfte nicht zweckmässig sein, den Namen «Cambrisch» unmittelbar zur
Bezeichnung der in Rede stehenden Formation anzuwenden. Ehe eine weitere
paläontologische Gliederung ermöglicht sein wird, müssen wir ihr eine ausserordent-
lich lange Schichtenreihe zuweisen, welche durch stratigraphischen Parallelismus
ein grosses geschlossenes Ganzes bildet, ohne dass es sich im entferntesten nach-
weisen liesse, dass Anfang und Ende mit den Grenzen zusammenfallen, innerhalb
deren der Name «Cambrisch» in Europa und America gebraucht wird. Es ist
vielmehr wahrscheinlich, dass die Formation China's, in welcher die Schichten mit
der Primordialfauna einen zwar wohl bestimmbaren, aber räumlich untergeord-
neten Horizont bilden, sehr viel weiter hinabreicht und daher eine viel längere Periode
umfasst, während sie nach oben ohne merkliche Unterbrechung bis in das Unter-
silur hineinreichen dürfte.
So hervorragend die Formation in dem Gebirgsbau von Liautung ist, tritt doch
ihre Mächtigkeit gegen diejenige zurück, welche sie in anderen Gegenden erreicht.
Wir werden sie im Verlauf weiterer Betrachtung als die wichtigste Schichtenreihe China's
kennen lernen, und besonders in ihren tieferen Gliedern in manchen Gegenden massen-
haft entwickelt finden. Eine Gliederung lässt sich in jedem einzelnen Gebiet durch-
führen. Aber wenn wir auch unser Augenmerk fortdauernd darauf zu richten haben
werden, die in einer Gegend gewonnenen Resultate vergleichend auf die Beobach-
tungen in der nächsten zu übertragen, so sind doch die Unterschiede der strati-
graphischen Entwickelung, besonders je nach dem pelagischen oder litoralen
Charakter der Gesteine, so gross, dass eine durchgreifende Eintheilung in eine
allgemein für ganz China gültige Reihe von Etagen noch nicht ausführbar ist. Die
Sinische Formationsreihe bezeichnet im Allgemeinen eine durch gleichförmige