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0157 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 157 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000260
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der Formationen, unverständlich bleiben. Selbst an der Hand der sicheren Grund-
lage, welche wir in dem benachbarten Liautung gewonnen haben, lässt sich noch
nicht Alles deutlich entziffern. Der Gneiss ist auch hier das älteste Gebilde.
Hornblendeschiefer kommen vielfach damit vor. Von den in Liautung so
mächtig entwickelten älteren Quarziten, sowol der tieferen Gruppe der dunklen, als
der höheren Abtheilung der hellen, lässt sich nur sagen, dass sie überhaupt vor-
kommen; aber eine Gliederung ist vorläufig nicht durchzuführen; am Wege fehlen
die Thonschiefer und die krystallinischen Kalksteine, die im Osten damit verbunden
sind, sowie die mit den dunklen Quarziten zusammen auftretenden Hornblende-
schiefer. Sehr entwickelt sind Granite, und zwar habe ich nur solche beobachtet,
welche jünger sind als der Gneiss, den sie zum Theil in dichten Gangnetzen durch-
ziehen. Die grösste selbstständige Entwickelung erreichen sie am I-tzu-lü-shan.
Südwestlich von Kin-tshóu-fu lässt sich deutlich ersehen, dass sie jünger sind, als
die Quarzite. Ihre Beziehung zu den Sinischen Schichten hingegen lässt sich nur
indirect folgern, indem sie im Wesentlichen an dem Bau des Grundgerüstes theil-
nehmen, dem jene aufgelagert sind. Problematisch bleibt jedoch der Metamor-
phismus, welchen die Gesteine der Sinischen Formation im Südwesten von Kin-
tshóu-fu erlitten haben. Wir werden demselben mehr und mehr begegnen, wie
wir uns der Gegend von Peking nähern. Dort sind die Sinischen Schichten von
einem Granit, welcher jünger ist als der Korea-Granit, durchbrochen und verändert.
Es muss dahingestellt bleiben, ob ein gleichaltiger Granit auch in dem Küstenstreif
von Liau-hsi vorkommt und die erwähnte Umwandlung hervorgebracht hat, oder
ob dieselbe dem Porphyr zuzuschreiben ist.

Die Sinische Formation ist an der Strasse wol nur desshalb wenig ent-
wickelt, weil letztere, wie erwähnt, das flachwellige Land der zersetzten krystalli-
nischen Gesteine aufsucht und die stets steiler und schroffer geformten Hügel der
Sedimentgebilde so wenig wie möglich berührt. Besonders typisch ist die Formation
bei Shi-mönn-tsai entwickelt.

Kohlenführende Gebilde, welche nach der Analogie mit den östlich und
westlich angrenzenden Gebieten sehr wahrscheinlich der Steinkohlenformation zuzu-
rechnen sein werden, kommen vielfach vor, stets, wie es scheint, in kleinen von
der Denudation verschont gebliebenen Fragmenten, welche nördlich von der Strasse
in den Winkeln des Gebirgslandes lagern. Neben bituminöser Kohle beginnt
Anthracit eine Rolle zu spielen.

Den wesentlichsten Unterschied von Liautung bildet das massenhafte Auftreten
jüngerer Porphyre. Dort hatten wir, mit Ausnahme von Ponn-hsi-hu (S. 103),
nur solche Porphyre, welche mit dem Korea-Granit in unmittelbarer Verbindung
stehen, zu beschreiben, und nirgends traten sie gebirgsbildend auf. Hier hingegen
gelangen sie zu grosser Bedeutung und setzen ganze Gebirge allein zusammen.
Neben Quarzporphyr kommen Porphyrit, Melaphyr und Augitporphyr vor. Am
Mi-mi-shan durchbrechen und überlagern sie die Sinische Formation. Nach Ana-
logie mit anderen Gegenden werden wir anzunehmen haben, dass sie jünger sind