National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
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Formen hat und auf grossen Strecken von den Sedimentformationen, welche sich
einst darüber ausbreiteten, befreit worden ist. Diese Zone ist ein eigenartiges und
wichtiges Agriculturgebiet, und zwar sind hier gerade die Alluvien, da sie fast
überall aus Sand bestehen, von weit geringerer Ertragsfähigkeit, als die Wellen
des zersetzten Gesteins. Sie bildet den grössten Theil der Küste von Liau-hsi und
umzieht ganz Liau-tung, beschränkt sich aber nicht auf die heutigen Umrisse dieser
Halbinsel, sondern umfasst auch eine Zone entlang der ehemaligen Fortsetzung
ihrer Küste am Südostrand des Liau-Thales, wo wir östlich von Mukden ein in
allem Wesentlichen mit jenem Streif alter zersetzter Gesteine analoges Gebiet
durchwanderten. Dass die Besiedelung und Urbarmachung dieser Küstenzone,
wenigstens was Liau-tung betrifft, nicht aus früher Zeit stammt, sondern erst der
ebengenannten zweiten Periode angehört, glaube ich daraus schliessen zu dürfen,
dass die Exporthäfen an der Südküste in den auf älteren Aufnahmen beruhenden
Landkarten nicht angegeben sind. Der Boden des in Rede stehenden Gebietes ist
ebenso wechselnd, wie das Gestein, woraus er entstanden ist. Bei Pi-tzŭ-wo, z. B.,
wo er aus zersetztem Gneiss besteht, ist er von geringer Güte. Es wird dort wenig
Weizen gebaut, aber um so mehr Mais, Hirse und Bohnen, ferner Kauliang
(Sorghum vulgare und saccharatum) und etwas Mohn. Die 400 bis 500 Fuss hohen
Hügel dienen als Weideland für Schafe, Ziegen, Rindvieh, Pferde, Maulthiere und
Esel; erst die flacheren und niederen Gehänge sind mit Feldern bedeckt. Westlich
und östlich davon ist fruchtbareres Land, besonders so weit die rothen Sandsteine
sich ausbreiten. Im Mai bildeten die grünen Saaten auf den letzteren einen anmu-
thigen Contrast zu den darüber aufragenden starren Quarzitbergen. Am lieblichsten
ist die Scenerie auf dem Granitboden, welcher selbst Felder trägt, und in dessen
Vertiefungen alte Moore übrig geblieben sind. Das regelmässige Eintreten des
Niederschlags gestattet dem Landmann in dem ganzen Gebiet, im April die Saat
vertrauensvoll in den Boden zu legen, ohne die künstliche Berieselung, von der
in den meisten Theilen von China die Landwirthschaft abhängt, anzuwenden.
Selbst Dünger ist nur in geringem Maass erforderlich, da die Dauer weniger Men-
schenalter, durch welche der Ackerbau betrieben worden ist, nicht hingereicht hat,
um den Boden zu erschopfen. Insbesondere geben die zersetzten Gesteine einen
grossen Schatz an mineralischen Bestandtheilen. Im Verhältniss zur Bevölkerungs-
zahl und der von ihr hauptsächlich abhängigen Düngungskraft können desshalb
grosse Bodenflächen bepflanzt und ein Ueberschuss von Feldfrüchten erzielt wer-
den, welcher alljährlich zum Export bereit ist.
4. Unter ähnlichen Bedingungen befindet sich ein anderer Landstrich, den
wir hier in die Betrachtung einbeziehen müssen, obwol er ausserhalb der Grenzen
von Shong-king, im Pien-wai oder dem Land jenseits der Palisaden liegt und
politisch zu Tshong-tö-fu (Tshili) gehört, nämlich die Gebiete der Karatsin- und
des linken Flügels der Khalkha-Mongolen. Dorthin wenden sich jetzt mit Vorliebe
die chinesischen Einwanderer und verdrängen die nomadisirenden Bewohner. Sie
haben eine dritte Periode in der wirthschaftlichen Benutzung dieser Länder eröffnet.
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