National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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der Sungari, der Ussuri und einige andere Ströme sind wasserreich und haben bei
mässiger Breite eine genügende Tiefe, um Dampfschiffen Zugang zu gewähren.
Doch werden sie zu wirklichem Nutzen erst dann kommen, wenn die mittlere
Mantschurei mit dem Hafen von Ying-tsze durch einen Schienenweg verbunden
sein wird.
Wagenstrassen gibt es in Menge. Am dichtesten ist ihr Netz im Thal des
Liau. Doch sind in Liautung die Gebirge durch zahlreiche Unterbrechungen und
Einschnitte so aufgelockert, dass fast alle grösseren Orte durch Fahrwege, aller-
dings oft der schlechtesten Art, mit einander verbunden werden konnten. Auch
in Liau-hsi sah ich solche häufig von der Hauptstrasse sich abzweigen. Mukden
ist das Centrum des Verkehrs. Der Verbindungsweg dieser Stadt mit Peking
gehört zu den grossen Kaiserstrassen des Reiches. Für eine Tagereise von der
Mantschu-Stadt ist er eine Heerstrasse von 150 bis 300 Fuss Breite. Doppelte
Reihen uralter Weidenbäume geben ihm ein imposantes und ehrwürdiges Aussehen.
Zahllose, in den weichen Alluvien tief eingegrabene Geleise durchziehen ihn in seiner
ganzen Breite; man ahnt, wie entsetzlich das Reisen in der nassen Jahreszeit sein
muss. Sowie trockenes Wetter eintritt, fahren, in echt chinesischer Sitte, sämmt-
liche Wagen in demselben Geleise, bis die Axen den Boden berühren; dann wird
ein anderes gewählt. Der ausgedorrte Schlamm steigt in Staubwolken auf. Die
Dörfer sind in gegenseitigen Entfernungen von höchstens 10 Kilometer angelegt, und ein-
zelne unter ihnen sind mit einer erstaunlichen Zahl von Gasthäusern angefüllt.
Aber wenn auch dieses Merkmal weiterhin die Reichsstrasse kennzeichnet, so erweist
sich die letztere doch bald in jeder anderen Beziehung als Illusion. Sowie sie
hügeliges Land betritt, schrumpft sie zu einem engen, tief ausgefahrenen Einschnitt
zusammen, in dem zwei Wagen nur an bestimmten Stellen einander ausweichen
können. Wird der Grund eben, so weitet sich die Strasse aus, und kommt man
auf kaiserliches Weideland, so fährt Jeder wo es ihm beliebt. In der Regenzeit
sind manche Strecken unfahrbar. Die hohen Räder sind oft bis zur Axe im zähen
Schlamm eingegraben, und langsam ziehen die bei jedem Schritt tief einsinkenden
Maulthiere an ihrer geringen und doch so schwer beweglichen Last. Nicht selten
sturzt ein Wagen in einer Schmutzlache um. Die Tagereisen sind kurz, und
manchmal ist es unmöglich, am Abend ein Wirthshaus zu erreichen. Ich musste
selbst auf dem in einer Schlammfluth festsitzenden Wagen mitten zwischen Feldern
übernachten. Es erscheint wie eine Ironie, wenn man in gewissen Abständen die
Attribute einer grossen Reichsstrasse am Wege sieht. Erst kurz vor Peking tritt
die letztere auch in Bezug auf äussere Ausstattung in ihr volles Recht. Denn
wahrhaft grossartig geplant ist die Strecke, welche Tung-tshöu mit Peking ver-
bindet. Die völlig geebbnete Strasse ist hier ganz mit Granitwürfeln gepflastert.
Allein sie ist eine Ruine aus besserer Zeit; denn kaum einer der Steine hat seine
Lage behalten. Die grausame Tortur, welcher der Reisende in seinem Wagen auf
dieser Strecke ausgesetzt wird, ist von Touristen häufig beschrieben worden.
Es ist eine bemerkenswerthe Erscheinung, dass das Princip der Via Appia die
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