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0224 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 224 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

und aus diesem kommt man unmittelbar auf krystallinische Schiefer. Sie bilden
ein 2 g. M. breites, allmälig bis 150 Fuss ansteigendes, vielfach durchfurchtes Vorland,
über dem dann das steile Gehänge von gleicher Zusammensetzung sich erhebt. Die Schiefer
streichen N 30° W — S 30° O, der langen Mauer parallel, und fallen 65° SW, also von
ihr hinweg. Sie sind fast ausschliesslich Gneiss von verschiedenen Varietäten. Er ist
theils reich an Glimmer, theils arm daran, immer sehr quarzhaltig, der Feldspath bald
weiss, bald röthlich. Hornblende ist nicht selten, meist in Gestalt von Amphibol-
schiefern, dem Gneiss eingeschaltet. Nach SW, also im Hangenden, nimmt der Gneiss
ein wenig den Charakter von Glimmerschiefer an. Sehr häufig sind Gänge von
Pegmatit und Quarz, die einander vielfach durchsetzen. Eine Regelmässigkeit liess
sich nicht erkennen. Uebergänge in Granit sah ich hier nicht; wenn ich sie zu finden
glaubte, zeigte sich bald die Gneissstructur. Dagegen kommt ein grauer Porphyr mit
weissen Feldspathkrystallen vor, der jedoch wahrscheinlich nicht eruptiv, sondern ein
metamorphisches Gebilde ist.
Auf der etwas unebenen Fläche, mit der die Schichtenköpfe des Gneiss oben ab-
geschnitten sind, lagern Sedimente, und zwar:
b) Grobkörniger, fester Quarzsandstein, von weisser Färbung. Er bildet eine
50 Fuss mächtige Bank.
c) Dünnplattige, zum Theil schieferige Kieselkalke von hellgrauer Farbe,
hart und spröde, unter dem Hammer klingend. Sie führen kleine Würfel und
Kugeln von Eisenkies. Nach oben folgen kalkigthonige rothe Zwischenschichten,
mit Glimmer auf den Schichtflächen. Dieses 150 Fuss mächtige Gebälde ent-
spricht nicht nur den unter 1, 5, 8, 10 angeführten Schichten des Profils auf
S. 188, sondern ist auch das genaue petrographische Aequivalent der Kieselkalke
von Fü-tsheu und Lau-miau in Liauting¹), wo wir bereits die plattigen Kiesel-
kalke als das am meisten charakteristische Glied der Tungwonn-Schichten
bezeichneten.
d) Rothgelbe feste Sandsteine, rauh und rissig, aufgenommen in senkrechten
Wänden abgebrochen, so dass die Höhe zu einem kleinen Fort benutzt werden
konnte. Die Mächtigkeit ist 120 Fuss.
Diese Schichten streichen N 35° W und fallen unter einem Winkel von 8° nach NO.
Sie bilden, wie aus dem Vorhergehenden klar ist, eine flache Decke auf den Gneissköpfen.
Von der Zinne des Hwang-ku-pi-tsze bietet sich ein umfassender Ueberblick der
Gegend. Sie ist selbst nur ein Theil einer nach NO geneigten Platte oder Scholle, welche
oben, an der Seite ihres westlichen Steilabfalls, in mehrere flache Gipfel aufgelöst ist,
nach der anderen hingegen sich allmälig gegen eine von NW nach SO gerichtete Ein-
senkung abdacht. Jenseits derselben steigt über sanfteren Gehängen im Nordosten eine
zweite Mauer von abgebrochenen Schichten auf, deren Neigung ebenfalls nur 6—8° NO
ist. Sie sah wie eine Wiederholung des Baues des Hwang-ku-pi-tsze aus²). Da die
zweite Mauer niedriger ist als die erste, so sieht man über sie hinweg und erblickt eine
dritte langgezogene Stufe, deren treppenartiges Ansteigen und ganzer Charakter den Sinischen
Kalkstein verräth. Sie ist anscheinend der Anfang eines ausgedehnten Gebirges, welches
südlich vom I-hö seine Fortsetzung hat.
Somit ist es klar, dass die Schichtreihe, welche wir von Süden kommend bis Tö-
tshwang verfolgten, sich, vermittelst einer, den westlichen Fuss des Hwang-ku-pi-tsze
begleitenden Verwerfung, in nordöstlicher Richtung wiederholt. Die Klarstellung dieses
Verhältnisses ist wichtig, weil wir ähnlichen Eigenthümlichkeiten des Gebirgsbaues weiter
nördlich begegnen werden.
Von Tö-tshwang nach Hsin-tai. — Kehren wir nach dieser Abschweifung zu
unserem Strassenprofil zurück, das wir bis zu dem Marktflecken Tö-tshwang verfolgt hatten.
Wir waren hieher auf den Sinischen Kalken gelangt, die N 60° W — S 60° O streichen
und N 30° O fallen. Die allgemeine Richtung der Strasse wird nun dem Streichen
parallel; doch biegt sie stellenweise erheblich nach Süden ab und gelangt dadurch in die
hangenden Gebilde. Es treten eine Anzahl sehr eigenthümlicher Formationen auf.